Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Zweiter Arbeitsmarkt: Eine Perspektive für Schwerbehinderte?


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Arbeitsgemeinschaft der deutschen Hauptfürsorgestellen


Quelle:

ZB Zeitschrift: Behinderte Menschen im Beruf, 1994, Heft 4, Seite 6-10, Wiesbaden: Universum, ISSN: 1433-4070


Jahr:

1994



Abstract:


Unter dem Begriff des zweiten Arbeitsmarktes kann man von der ABM-Stelle bis zur Beschäftigungsgesellschaft alles verstehen. Der zweite Arbeitsmarkt, der in seiner klassischen Ausprägung eine tarifgerechte Bezahlung vorsieht, wird über Zuschüsse aus den verschiedenen öffentlichen Haushalten subventioniert.

Die Ansichten der Fachleute zu diesem arbeitsmarktpolitischen Ansatz sind sehr kontrovers. Nach Professor Horst Siebert stellt die Schaffung eines zweiten Arbeitsmarktes keine Lösung unserer Arbeitsmarktprobleme dar. Es gibt aber ebenso renommierte Fachleute, die dieser Ansicht widersprechen.

Von dem Anwachsen der strukturellen Arbeitslosigkeit sind Schwerbehinderte besonders betroffen. Zur Zeit gibt es in der Bundesrepublik Deutschland knapp 180.000 arbeitslose Schwerbehinderte. Gerade bei dieser Gruppe ist die Vermittlung eines Arbeitsplatzes besonders schwierig. Neben den gesundheitlichen Beeinträchtigungen gibt es häufig noch zusätzliche Einschränkungen wie höheres Lebensalter, schlechtere berufliche Qualifikation oder Langzeitarbeitslosigkeit.

Es gibt behinderte Menschen, die in einer Werkstatt für Behinderte unterfordert sind, aber trotzdem auf dem freien Arbeitsmarkt nicht bestehen können. Neue Beschäftigungsformen des zweiten Arbeitsmarktes, die zwischen den Werkstätten für Behinderte und dem freien Arbeitsmarkt angesiedelt sind, sollen hier Brücken schlagen und Übergänge ermöglichen.

Drei solcher Initiativen werden in dem Artikel genauer vorgestellt:
1) Mittelständisches Unternehmen gründet Sozialen Betrieb
1991 wurde in Niedersachsen ein neues Konzept entwickelt: Soziale Betriebe verpflichten sich, überwiegend für Langzeitarbeitslose und Schwerbehinderte feste Arbeitsplätze zu schaffen. Dafür erhalten diese Betriebe besondere Startbedingungen.

2) Geschützte Abteilung mit neuen Aufgaben
In der DDR arbeiteten schwerbehinderte Menschen häufig in geschützten Abteilungen, die nach 1989 überwiegend aufgelöst wurden. In Brandenburg zum Beispiel ist es gelungen, mithilfe von gezielten Fördermaßnahmen, neue Möglichkeiten für geschützte Abteilungen zu schaffen.

3) Selbsthilfefirma nutzt Marktlücken
Der Umweltservice Walldorf recycelt Elektro- und Elektronikschrott. Träger ist ein Verein, der durch unterschiedliche Projekte versucht, vor allem für psychisch Behinderte dauerhaft Arbeitsplätze zu schaffen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


ZB Behinderung & Beruf (ZB online)
Homepage: https://www.integrationsaemter.de/ZB/258c62/index.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0055/1059


Informationsstand: 17.03.1995

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