Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Behinderte Frauen - doppelt diskriminiert


Autor/in:

Stein, Ina


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Behindertenrecht, 1999, 38. Jahrgang (Heft 6), Seite 153-156, München: Boorberg, ISSN: 0341-3888


Jahr:

1999



Abstract:


Die Autorin, Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, stellt die 'doppelte Diskriminierung' dar, der behinderte Frauen ausgesetzt sind.

Die Zukunftsaussichten von Frauen mit Behinderung werden in allen Lebensbereichen noch immer ungünstiger beurteilt als die von Männern mit Behinderung, das Etikett 'behindert' ist für sie in weit größerem Maße daseinsbestimmend. Benachteiligungen von Frauen durch eine Behinderung bestehen in den verschiedensten Lebensbereichen: in der Arbeitswelt, in der Rehabilitation, bei Fragen der Partnerschaft und Mutterschaft, als Familien- und Hausfrau und im gesellschaftlichen Leben.

Es werden verschiedene Maßnahmen dargestellt, um die Situation am Arbeitsmarkt für Frauen mit Behinderung gezielt zu verbessern; insbesondere solche, die ihnen eine effektive Rehabilitation ermöglichen. Auch wird auf die zahlreichen Modellprojekte, die in diesem Bereich nach Maßgabe der von der' Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation' erstellten Kriterien eingerichtet wurden, hingewiesen.

Besonders problematisch ist die Situation für Hausfrauen und Mütter mit Behinderung und für ihre Kinder und Männer. Um diesen Familien zu helfen, wäre es dringend notwendig, dass ein flächendeckendes Netz ambulanter Dienste vorhanden ist, das die Familien entlastet, und dass die erforderlichen technischen Haushaltshilfen gewährt werden.

Die Autorin erwähnt auch die spezifischen Probleme der Sexualität für behinderten Frauen: zum einen haben sie kaum die Möglichkeit, Sexualität frei auszuleben. Andererseits sind sie in besonderem Maße Opfer sexueller Belästigung und Missbrauchs. Inzwischen gibt es Projekte von behinderten Frauen für behinderte Frauen - sog. Netzwerke - in sechs Bundesländern, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken und sich gegen Diskriminierungen zu wehren.

Die Betroffenen haben die Möglichkeit zu gegenseitiger Unterstützung, Beratung und zum Erfahrungsaustausch. Leider wird in der Frauenpolitik der Bundesregierung das Thema 'Behinderte Frauen' noch nicht hinreichend berücksichtigt.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Disabled women - doubly discriminated


Abstract:


The authoress, the disabled representative of the Bavarian State Government presents the 'double discrimination' which women are subject to. The future perspectives for women with disabilities in all areas of life are still more unfavourably assessed than those of men with disabilities, the label 'disabled' to a large extent determines their existence.

Disadvantages for women with disabilities exist in very different areas of life: in the working world, in rehabilitation, in questions of partnership and maternity, in family and the home and in social life. Different measures are presented targeted at improving the situation in the job market for women with disabilities, especially those which allow them effective rehabilitation. Also referred to are the numerous pilot projects in this area which have been established according to the criteria of the 'Federal German Working Party for Rehabilitation'.

Especially problematic is the situation for housewives and mothers with disabilities and for their children and husbands. In order to help these families it is absolutely necessary that a covering network of outpatient services is available to relieve the families and that the technical household aids needed are guaranteed. The authoress also mentions the specific problems of sexuality for disabled women: on the one side they hardly have the possibility to freely experience their sexuality. On the other side they are to a large extent victims of sexual harassment and abuse.

In the meanwhile there are projects by disabled women for disabled women - so called networks - in six German Lands to increase their self-confidence and defend themselves against discrimination. Those affected have the opportunity to support, advise and exchange experiences with each other.

Unfortunately, in women's politics in the Federal German Government the subject 'disabled women' has not yet been sufficiently considered.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Behindertenrecht - Fachzeitschrift für Fragen der Rehabilitation
Homepage: https://www.boorberg.de/3413888

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0059/2576


Informationsstand: 25.02.2000

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