Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Komm und mach mit! 2003: Europäisches Jahr für Menschen mit Behinderungen


Autor/in:

Jöns, Karin


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Behindertenrecht, 2003, 42. Jahrgang (Heft 2), Seite 49-54, München: Boorberg, ISSN: 0341-3888


Jahr:

2003



Abstract:


Der Autor, Mitglied des Europa-Parlaments, beschreibt die Maßnahmen der Bekämpfung der Missstände in Bezug auf die Integration behinderter Menschen seitens der Europäischen Union. Aus Brüssel seien wiederholt wichtige Impulse für die deutsche Politik ausgegangen, um Menschen mit Behinderungen den Lebensalltag zu erleichtern. So setze sich das Europäische Parlament seit Jahrzehnten mit Nachdruck für die Gleichstellung behinderter Menschen und für mehr soziale Gerechtigkeit ein, denn soziale Ausgrenzung verstoße gegen die Grundrechte auf Arbeit und persönliche Entfaltung.

Des Weiteren beschreibt der Autor ein Umdenken, dass in jüngster Zeit in ganz Europa in der Behindertenpolitik eingesetzt hat. Dafür spricht das Verlassen des sogenannten medizinischen Ansatzes, demzufolge behinderte Menschen einem passiven Hilfsempfänger gleichgesetzt werden, hin zu einem menschenrechts- und sozialbezogenen Politikansatz, demzufolge behinderte Menschen aktiv zu ihrem Lebensunterhalt beitragen und volle Gleichberechtigung erfahren. Als Meilenstein auf dem Weg, aktiv gegen Diskriminierungen vorzugehen, bezeichnet er den EU-Vertrag von Amsterdam von 1997.

Als Konsequenz der vorgenannten Ausführungen stellt der Autor als das Besondere am Europäischen Jahr 2003 heraus, dass alle Aktionen in enger Abstimmung mit behinderten Menschen geplant und durchgeführt werden. Menschen mit Behinderungen haben bereits bei der Festlegung der Themen mitgewirkt, für die die Öffentlichkeit während des Europäischen Jahres sensibilisiert werden soll. So biete sich die einmalige Möglichkeit, an der Entwicklung von Zielen und Strategien mitzuwirken, neue Initiativen zu starten und neue Partnerschaften einzugehen, um die breite Öffentlichkeit auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene für ihre Anliegen zu mobilisieren.

Im Weiteren erläutert der Autor die sogenannte Europäische Behindertenstrategie, die sich an den Standardregeln der Vereinten Nationen orientiert, die diese bereits 1993 zur Chancengleichheit für Menschen mit Behinderungen verabschiedet haben, und entsprechende Forderungen des Europäischen Parlaments zu ihrer Umsetzung. Anschließend geht er auf die Rolle der Behindertenpolitik in Deutschland sowie die Europäische Beschäftigungsstrategie ein.

Abschließend werden Instrumente beziehungsweise Gremien der Europäischen Behinderten- und Sozialpolitik genannt, als da wären
- der Europäische Strukturfonds,
- der Europäische Sozialfonds,
- das Sonderprogramm EQUAL,
- die Wahl der Disability Intergroup, die sich fraktionsübergreifend aus rund 40 Mitgliedern zusammensetzt und die sich alle zwei Monate mit RepräsentantInnen verschiedener europäischer Behindertenorganisationen und -verbände trifft,
- das Europäische Behindertenforum (European Disability Forum - EDF),
- die Europäische Bus-Richtlinie, die sicherstellt, dass ab 2004 EU-weit Stadtbusse spezielle Zugangsvorichtungen für behinderte Menschen haben müssen.

Das Europäische Parlament werde nicht nachlassen, auch zukünftig die Einberufung eines Konvents der Vereinten Nationen für behinderte Menschen einzufordern, denn das Engangement für die Gleichstellung behinderter mit nicht behinderten Menschen sei nicht auf Europa beschränkt. Dieses Ziel gelte es weltweit im Auge zu haben, denn Menschenrechte sind unteilbar.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Behindertenrecht - Fachzeitschrift für Fragen der Rehabilitation
Homepage: https://www.boorberg.de/3413888

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0059/3378


Informationsstand: 12.06.2003

in Literatur blättern