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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Qualitätsentwicklung in Werkstätten


Autor/in:

Trunk, Wolfgang


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Behindertenrecht, 2008, 47. Jahrgang (Heft 7), Seite 200-202, München: Boorberg, ISSN: 0341-3888


Jahr:

2008



Abstract:


Die Grundgedanken des Qualitätsmanagements sind mit dem SGB IX aus dem Jahre 2001 zu einem Teil des Sozialrechts geworden. In den Werkstätten für behinderte Menschen ist das Qualitätsmanagement, wie Autor Wolfgang Trunk deutlich macht, zu einer Selbstverständlichkeit geworden.

In Hessen unterhalten heute 32 Träger ein Qualitätsmanagement-System, das nach einer Norm der ISO-9000-Familie zertifiziert ist. Die ISO 9001 steht für die Grundstufe des Qualitätsmanagements und die ISO 9004 ist der entsprechende Leitfaden für den Qualitätsfortschritt.

Den Einstieg beim Qualitätsmanagement machen Qualitätskontrollen, die von betriebsfremden Personen stichprobenartig durchgeführt werden und die auf die Einhaltung von Mindeststandards abzielen. In fortgeschrittenen Stadien gewinnen die internen Audits an Bedeutung. Ausgewählte Mitarbeiter der eigenen Organisation überwachen dabei die Prozesse und Ergebnisse aufgrund ihres Wissens.

Die internen Audits können wirksam zur Verbesserung beitragen. Der Kreis der beteiligten Personen wird schrittweise ausgeweitet bis die gesamten Aktivitäten der Organisation einer Eigenkontrolle unterzogen werden. Schließlich werden die Audits um das Instrument der Selbstbewertung ergänzt. Bislang gab es kein ausgearbeitetes Konzept für die Selbstbewertung, doch das soll sich mit der Revision der ISO 9004 ändern.

In der ersten Abteilung stellt der Entwurf wesentliche Inhalte dar, die das Inventar einer allgemeinen Qualitätsnorm ausmachen. In der zweiten Abteilung werden die Vorgaben dann für die Selbstbewertung durchdekliniert. Allgemeines Ziel der Selbstbewertung ist die Feststellung des Reifegrads der Organisation, bei dem zwischen fünf Stufen unterschieden wird.

Die Werkstätten haben eine komplizierte Kundenstruktur. Der entscheidende Kunde ist der Sozialleistungsträger, da er die Reha-Aufträge erteilt und die entsprechenden Rechnungen begleicht.

Es wäre denkbar, dass man den Leistungsträger über die Ergebnisse der Selbstbewertung informiert oder sogar ein konkretes Selbstbewertungskonzept inhaltlich mit dem Leistungsträger abstimmt. Das wäre eine vertrauensbildende Maßnahme, die über das hinausgehen würde, was das SGB IX bezüglich der Qualität fordert. Ein weiterer zentraler Begriff ist der nachhaltige Erfolg. Dieser Begriff korrespondiert mit der sozialpolitischen Herausforderung, die Zukunft der Werkstätten zu sichern.

Im Rahmen des Qualitätsmanagements wird auch das Umfeld der Organisation überwacht. Dabei geht es unter anderem um die Chancen neuer Märkte und Produkte. Des Weiteren ist der Gedanke der Wechselwirkungen von Prozessen für die Förderung von behinderten Menschen von Bedeutung. Wenn also die Arbeit das Hauptinstrument der Förderung ist, muss sie in ihrer Wechselwirkung mit dem unterstützenden Prozess des berufsbezogenen Lernens gesehen werden. Wichtig um eine ständige Verbesserung zu fördern ist, dass die Mitarbeiter kritisch und konstruktiv sind.

Die neue ISO 9004 betont den Beitrag der Leitung, die für den nachhaltigen Erfolg verantwortlich ist. Aus diesem Grund sollten als Qualitätsmanagement-Beauftragte Personen mit Leitungskompetenz eingesetzt werden.

Abschließend fasst der Autor zusammen, dass die neue ISO 9004 dem Qualitätswesen einen Fortschritt ermöglicht. Trotzdem wird die Begrenztheit eines norm-fundierten Qualitätsmanagements erhalten bleiben.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Behindertenrecht - Fachzeitschrift für Fragen der Rehabilitation
Homepage: https://www.boorberg.de/3413888

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0059/6926


Informationsstand: 16.01.2009

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