Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Von der Segregation zur Inklusion behinderter Menschen

Ein Paradigmenwechsel aus sozialwissenschaftlicher Sicht



Autor/in:

Mathe, Thomas


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Behindertenrecht, 2011, 50. Jahrgang (Heft 2), Seite 34-40, München: Boorberg, ISSN: 0341-3888


Jahr:

2011



Abstract:


Die niedergelegten Rechte behinderter Menschen in Deutschland sind umfangreich. Neben dem im Artikel 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik verankerten Benachteiligungsgebot steht mit dem Sozialgesetzbuch Neun (2001), dem Behindertengleichstellungsgesetz (2002) und dem Allgemeinen Geichbehandlungsgesetz (2006) nun das seit 2009 ratifizierte Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zur Verfügung. Das Ziel der Gleichbehandlung aller Menschen trotz Handicap besitzt zumindest ein stabiles gesetzliches Fundament. Die Umsetzung und Erfüllung dieses Anspruchs im realen Alltag bleibt oftmals noch im Widerspruch zu diesen Vorgaben.

Der Artikel geht auf die Unterschiede der Sichtweise von Behinderung im historischen Kontext ein, einmal als medizinisches Phänomen, einmal als soziales Phänomen: Erst seit Mitte der 80er Jahre gab es Bestrebungen, Behinderung als Sonderbehandlung aufgrund biologischer Merkmale und als Segregation zu betrachten. Vorher wurde höchstens die soziale Versorgung und Fürsorge als Aufgabe gesehen. Eine Reduzierung auf das 'Unvermögen' wie 'nicht-laufen-können', 'nicht-sehen-können' war die gängige Urteilsmethode. Die Fremdbestimmung durch 'Experten' in Sondereinrichtungen war Handlungsmaxime.

Die Entwicklung und Gegenüberstellung des 'Sozialen Modells' gegenüber dem 'Medizinischen Modell' wird in diesem Artikel fokussiert und angesprochen. Dieses kehrt die Kausalitätszuschreibungen um: Gefragt wird nun nach außerindividuellen Bedingungen, die Behinderung verursachen. Diesen Überlegungen liegt ein neues Verständnis von (funktionaler) Gesundheit zugrunde, die als bio-psycho-soziales Phänomen betrachtet wird. Diesem paradigmatischen Wandel der Identität von behinderten Menschen selbst und des Betrachtungswinkels der Mehrheitsgesellschaft wird im weiteren Teil des Artikels Rechnung getragen. Dabei wird insbesondere auf die UN-Konvention 'Menschenrechte behinderter Menschen' und deren Umsetzung eingegangen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Behindertenrecht - Fachzeitschrift für Fragen der Rehabilitation
Homepage: https://www.boorberg.de/3413888

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0059/8752


Informationsstand: 31.10.2011

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