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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Case-Management zur Erhaltung von Arbeitsverhältnissen Behinderter

Ein Modellversuch des Landesarbeitsamts Bayern



Autor/in:

Göbel, Jürgen


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 1999, 38. Jahrgang (Heft 4), Seite 209-219, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

1999



Abstract:


Die Krankenversicherungsträger sind nur für medizinische Leistungen zuständig, die Arbeitsämter nur für berufliche. Für nahtlose Überleitungsfälle wird von den Krankenkassen fast ausschließlich die Nahtlosigkeitsregelung nach dem SGB III genutzt. Im Übrigen zieht sich der Krankengeldbezug oft bis zur letztmöglichen Aussteuerung nach 18 Monaten hin, obwohl die Behinderung bereits lange vorher feststeht und der Übergang in die Arbeitslosigkeit dem Behinderten nicht weiterhilft.

In einigen bayerischen Arbeitsämtern wurden nun Case Managements zur Erhaltung von Arbeitsverhältnissen Behinderter eingerichtet. Sie nehmen im Zusammenwirken mit den medizinischen Diensten der Krankenkassen, aber auch in anderen Fällen bei den Betrieben Frühinterventionen zur Erhaltung der Beschäftigung vor. Dadurch soll der traditionelle Weg der noch beschäftigten Behinderten in die langen Warteschleifen bei den Rehabilitationsträgern, in die Arbeitslosigkeit und danach in eine aufwendige berufliche Neuorientierung mit anschießend erneuter Arbeitslosigkeit eingegrenzt werden.

Da dieses Vorgehen den Behinderten nützt und unter gesamtwirtschaftlichen Aspekten besonders kostengünstig ist, weil der Bezug von Arbeitslosengeld und aufwendige Umschulungsmaßnahmen vermieden werden, sollte das in dem Beitrag analysierte Modell Nachahmer finden. Die von den Rehabilitationsberatern geführten Case Managements beraten die Rehabilitanden und die Betriebe und fördern mit technischen Arbeitshilfen, mit Eingliederungszuschüssen oder mit beruflichen Anpassungsmaßnahmen. Zur rascheren und intensiveren Umsetzung ihrer Dienstleistung 'kaufen' sie sich aus der sog. Freien Förderung nach dem SGB III Unterstützungsleistungen von betriebserfahrenen Trägern ein. Mit dem Modell wurden bereits sehr gute Ergebnisse erzielt.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Case Management for the Preservation of Disabled Employment


Abstract:


Case Management to Keep Disabled Persons in Employment - A Model Project of the Bavarian Regional Employment Office: Under the German social security system, medical benefits and services fall under the health insurance system while vocational ones are the responsibility of the employment offices. In seamless transition cases, health funds almost exclusively rely on the relevant provisions of Book three - employment promotion - of the Social Code. Notwithstanding, sickness benefits frequently extend over the maximum period possible, i. e. 18 months, although the presence of disablement has been confirmed much earlier, and transition into unemployment certainly is no perspective either.

Case Managements targeted at keeping disabled persons in unemployment have now been set up in several Bavarian employment offices. In close cooperation with the health funds medical services, as well as in a number of other instances, they undertake early interventions to maintain employment, thus seeking to stem the traditional further course of disabled people still employed into the long waiting lines faced with at the rehabilitation agencies, or into unemployment and subsequent costly occupational reorientation, with continued joblessness awaiting them afterwards.

The Case Management approach set out and analyzed in this article is intendet as a model to be taken up elsewhere, having proven its benefit for people with disabilities while being cost-effective from an overall economic perspective due to its preventing the need to grant unemployment benefits and costly retraining. Guided by rehabilitation counsellors, the Case Managements are directed at rehabilitiees and companies alike and may take action through technical work aids, integration allowances, or skills adjustment programmes.

For speedier, focussed implementation of the services offered, they 'purchase' support and back-up from experienced agencies in the field, drawing on so-called 'free' funding resources available under book three of the Social Code. Very good results using the model outlined have already been reported by the Nuremberg, Traunstein and Würzburg employment offices.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/0375


Informationsstand: 04.07.2000

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