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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Bedeutung des Führhundes: Hat der Führhund auch noch im nächsten Jahrhundert eine Chance?


Autor/in:

Riederle, Georg


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 1999, 38. Jahrgang (Heft 1), Seite 33-37, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

1999



Abstract:


Der Blindenführhund ist das einzige ersetzende, lebende, individuelle und sensomotorische Hilfsmittel der medizinischen Rehabilitation im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Führhund ist auch das einzige Mobilitätshilfsmittel, mit dem ein Blinder Fernziele zügig und entspannt ansteuern kann und das ihm dabei sogar Höhen- und Tiefenhindernisse anzeigt.

Da es nicht die natürliche Aufgabe eines Hindes ist, einen Menschen im Verkehr zu führen, ist Qualitätssicherung deshalb bedeutsam und schwierig, weil es im Grunde um die störungsfreie Kommunikation und Interaktion zwischen artverschiedenen Lebewesen (Führgespann) geht. Da der Führhund zwischen technischen Hilfsmitteln und einer Begleitperson steht, ist neben dem Hilfsmitteltraining auch gleichzeitig ein Selbsthilfetraining als zweites Element des Orientierungs- und Mobilitätstrainings notwendig.

Ein guter Führhund als Hilfsmittel mit Seele kann gerade für Späterblindete auch eine tiergestützte Therapie sein. Hingegen ist ein Führhund mit einem inadäquaten Wesen, fehlender psychischer Eignung und/ oder unzureichender Ausbildung ein Kontakthindernis, eine zusätzliche Behinderung, ja sogar lebensgefährlich für seinen menschlichen Schützling und Dritte.

Eine fachgerechte Zucht und Sozialisation auf Artgenossen und Menschen durch qualifizierte Züchter und Patenfamilien ist um so wichtiger, als in jeder Entwicklungsphase auch mit zahlreichen negativen Umwelteinflüssen zu rechnen ist. Auch der blinde Herr und Schützling lernt und übt im Einführungslehrgang, sich soweit in die Hundewelt hineinzuversetzen, dass er sich seinem Begleiter blind anvertrauen kann.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

The significance of a guide dog: Will the guide dog still have a chance in the next century?


Abstract:


The guide dog is the sole living sensory aid recognized by Germany´s statutory health insurance and medical rehabilitation system to help a blind person to compensate for the loss of eyesight. The guide dog is also the only recognized mobility aid that enables a blind person to reach destinantions with greater speed and confidence by locating obstacles such as steps and ditches and avoiding them. Leading a person through traffic is not a dog´s natural trait.

Therefore, training and safety standards are essential to ensure smooth teamwork and communication between handler and dog. The guide dog offers much more than a simple technical aid such as a walking stick but not as much as a seeing human companion. To make up for this deficit, the blind person must also learn how to orientate him or herself and not just depend on the dog. For people blinded later in life a reliable guide dog can be an 'aid with soul' that provides pet-facilitated therapy and companionship. On the other hand, a guide dog with character, physical deficiencies or insufficient training can become an additional burden and social hindrance - even a danger for the person it is supposed to be protecting and others such as motorists.

The puppy chosen to become a guide dog requires expert trainers and host families to rear and socialize it to interact appropriately with other dogs and other human beings. This stable upbringing is particularly important for the dog as it grows up and is confronted with negative influences. The blind person too learns to conceptualize the animal´s own 'dog world' so that he or she can build a firmer bond of trust.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Blindenführhund | REHADAT-Angebote und Adressen
Urteile zum Thema Blindenführhund | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/2397


Informationsstand: 20.09.1999

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