Inhalt

Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Gibt es schichtspezifische Benachteiligungen bei der Inanspruchnahme von medizinischen Reha-Maßnahmen?


Autor/in:

Bürger, Wolfgang; Morfeld, Matthias


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 1999, 38. Jahrgang (Heft 2), Seite 134-141, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

1999



Abstract:


Zahlreiche Studien belegen, dass das Risiko von Morbidität und Mortalität in unteren sozialen Schichten erhöht ist. Auch die meisten chronischen Erkrankungen treten in niedrigen Schichten gehäuft auf. Wenig bekannt ist dagegen, ob sich diese soziale Benachteiligung auch auf das Inanspruchnahmeverhalten von medizinischen Reha-Maßnahmen erstreckt, die Hilfestellungen im Umgang mit den Folgen dieser Erkrankungen leisten sollen.

Auf der Grundlage von Fragebogen-Daten von 3021 LVA-Versicherten wurde untersucht, ob sich schichtspezifische Unterschiede im Bedarf und der Inanspruchnahmebereitschaft von medizinischen Reha-Maßnahmen zeigen und welche schichtspezifischen Barrieren und Einstellungen ggf. einer Antragstellung im Wege stehen.

Die Ergebnisse bestätigen zunächst, dass Versicherte aus unteren sozialen Schichten gesundheitlich besonders belastet sind und hier von einem besonderen Bedarf an rehabilitativen Angeboten auszugehen ist. Die Versicherten selbst dagegen bezeichnen sich eher seltener als rehabedürftig, während es hinsichtlich der Intention, einen Reha-Antrag zu stellen, keine bedeutsamen schichtspezifischen Unterschiede gibt.

Signifikante Unterschiede gibt es aber hinsichtlich der Einstellungen, die für die Inanspruchnahme von Reha-Maßnahmen von Bedeutung sind. Es sind vor allem wirtschaftliche Überlegungen und Befürchtungen negativer Konsequenzen im wirtschaftlichen Bereich, die bei Versicherten aus unteren Schichten einer Inanspruchnahme im Wege stehen. Hier besteht deshalb besonderer Handlungsbedarf im Sinne von Screenings und Beratungen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Are there Class Specific Disadvantages in the Use of Medical Rehabilitation?


Abstract:


Many studies prove the fact that the risk of morbidity and mortality is increased in lower social classes. Most chronical diseases also accumulate in lower classes. However, data are missing as to whether this social disadvantage also affects the use of medical rehabilitation, which could supply support in dealing with the consequences of such diseases.

On the basis of questionnaire data of 3021 insurees of the LVA pension insurance fund for workers, it was examined whether there are class specific differences in the need for medical rehabilitation and in the intention of insurees to apply for such a measure and which kind of class specific barriers and attitudes may hinder the application. The results first of all confirm that insured of lower social classes are specially health strained and have particular demand for rehabilitative offers.

The insured, however, quite rarely rate themselves as requiring rehabilitation, whereas there is no significant class specific difference in the intention to apply for rehabilitation. There are significant differences in the attitudes which influence application for medical rehabilitation. Above all, there are economic considerations and job-related fears which hinder lower class insurees to apply for medical rehabilitation. This calls for action regarding implementation of special screenings and counselling.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/2794


Informationsstand: 19.06.2000

in Literatur blättern