Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gesundheitsreform 2007 und ihre Rechtsfolgen für die medizinische Rehabilitation

Statement aus Sicht der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation - BAR



Autor/in:

Stähler, Thomas P.; Petri, Bernd


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 2007, 46. Jahrgang (Heft 5), Seite 310-314, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

2007



Abstract:


Seit April 2007 ist das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung in Kraft. Es hat weit reichende Änderungen für alle Beteiligten mit sich gebracht. Die Autoren betrachten die rechtlichen Auswirkungen auf die Rehabilitation und Teilhabe aus Sicht der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) näher.

Nach einer Einleitung gehen sie zunächst auf medizinische Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe als Pflegeleistungen ein. Hier werden zunächst die Mutter-Kind-Maßnahmen genannt, die von Satzungs- und Ermessensleistungen zu Pflichtleistungen werden. Durch eine Änderung des § 40 SGB V sind neben den Eltern-Kind-Maßnahmen nun sämtliche Leistungen der medizinischen Rehabilitation zu Regelleistungen geworden. Auch wenn hierdurch Mehrkosten entstehen können, sollte es jedoch nicht zu Einschränkungen bei der Rehabilitation kommen. Weiterhin gilt auch nach Inkrafttreten des GKV-WSG der im SGB IX verankerte Grundsatz des Vorrangs von Leistungen zur Teilhabe.

Durch das SGB IX sind die gesetzlichen Krankenkassen und die Rehabilitationsträger dazu verpflichtet, die frühzeitige Bedarfserkennung damit zu verbinden, dass die erforderlichen Leistungen nahtlos, zügig und einheitlich erbracht werden. Diese Regelung gilt es insbesondere vor dem Hintergrund des GKV-WSG umzusetzen und gerade im Hinblick auf pflegebedürftige und behinderte Menschen sollte eine umfassende Erkennung und Feststellung des Teilhabebedarfs im Fokus der Aktivitäten der Rehabilitationsträger stehen. Hierzu ist ein Teilhabeplan zu erstellen, der die Leistungserbringung fixiert.

Ein weiterer wesentlicher Teil des GKV-WSG ist die integrierte Versorgung. Demnach sollen Krankenversicherte, die bestimmte Verhaltensanreize aufgreifen oder eine optimierte Versorgung wählen, künftig von ihrer Kasse besser gestellt werden. Es wird sich noch zeigen müssen, ob sich hieraus eine Tendenz zu mehr integrierten Leistungsbeziehungen zwischen der niedergelassenen Ärzteschaft und den Anbietern von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation ergeben werden. Zukünftig wird auch die Pflegeversicherung in die integrative Versorgung eingebunden.

Für die gesetzlichen Krankenkassen wird die mobile Rehabilitation ein sinnvolles Angebot darstellen, um die bereits vorhandenen Strukturen zu flexibilisieren. Die mobile Rehabilitation wird vor allem für den multimorbiden Personenkreis mit erheblichen Beeinträchtigungen und komplexen Hilfebedarfen, der auf das bekannte Wohnumfeld angewiesen ist, in Betracht gezogen.

Die Rolle der Krankenkassen im Hinblick auf sozialmedizinische Nachsorgeleistungen für chronisch kranke und schwerstkranke Kinder wird ebenfalls neu bestimmt. Weiterhin wird bestimmt, dass die Spitzenverbände der Rehabilitationsträger im Rahmen der BAR grundsätzlich Anforderungen an ein einrichtungsbezogenes Qualitätsmanagement und ein einheitliches, unabhängiges Zertifizierungsverfahren zu vereinbaren haben. Neu eingeführt wurde eine Zertifizierungspflicht für alle stationären Reha-Einrichtungen verbunden mit dem Wahlrecht der Versicherten unter allen zugelassenen Rehabilitationseinrichtungen. Zu klären bleibt noch, wie genau das Wahlrecht der Versicherten mit den Anforderungen an ein internes Qualitätsmanagement und die externe Qualitätssicherung an eine Reha-Eirichtung zu koordinieren ist.

Abschließend stellen die Autoren Gedanken zur Umsetzung des SGB IX im Kontext des GKV-WSG dar.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/6420


Informationsstand: 30.11.2007

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