Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Rehabilitanden-Management-Kategorien - RMK: Entwicklungsprozess und ausgewählte Ergebnisse am Beispiel der Suchtrehabilitation


Autor/in:

Spyra, Karla; Köhn, Stefanie; Ammelburg, Nina [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 2011, 50. Jahrgang (Heft 5), Seite 298-307, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Vor dem Hintergrund der Entwicklung und Einführung pauschalierter Vergütungssysteme im Akutsektor (DRGs) wird in Deutschland seit rund 15 Jahren an der Entwicklung von Fallgruppierungssystemen für die medizinische Rehabilitation gearbeitet. Das an der Charité entwickelte Konzept der Rehabilitanden-Management-Kategorien (RMK) klassifiziert Rehabilitanden primär nach den reha-relevanten Einschränkungen von Aktivität und Teilhabe, da diese den Behandlungsbedarf und den Ressourceneinsatz in der Rehabilitation determinieren. Es soll unter anderem dazu beitragen, die bedarfsgerechte Steuerung rehabilitativer Leistungen in den Kliniken zu optimieren und das Leistungsgeschehen transparenter zu gestalten. Beispielhaft wird über RMK-Ergebnisse für die stationäre Rehabilitation von Alkoholabhängigen berichtet.

Methode:

Unter Rückgriff auf etablierte Skalen wurde ein RMK-Assessment zur Messung des Reha-Behandlungsbedarfs von Alkoholabhängigen entwickelt. Zur statistischen Ableitung der Bedarfsgruppen wurde das Verfahren der latenten Klassenanalyse genutzt, das an einer Entwicklungsstichprobe mit Daten aus dem Rücklauf des RMK-Assessments von n gleich 731 alkoholabhängigen Rehabilitanden eingesetzt wurde. Für die erste klinische Anwendung der RMK (Implementationstest) wurde ein software-gestützter Algorithmus für die Patientenklassifikation entwickelt und in 12 Kliniken erprobt. Zur Validierung der Ergebnisse aus der ersten Studienphase wurden die Daten aus der Implementation (n gleich 1 533) wiederum unter Verwendung der latenten Klassenanalyse ausgewertet. Zum Ende der Implementationsphase wurde eine kombinierte standardisierte und qualitative Anwenderbefragung durchgeführt.

Ergebnisse:

Auf der Basis von 15 Indikatoren zu bedarfsrelevanten Patientenmerkmalen konnten in 2 unabhängigen Stichproben jeweils 4 vergleichbare Bedarfsgruppen (AL-1 bis AL-4) identifiziert werden, die sich signifikant im Profil ihrer substanzbezogenen, psychischen und sozialen Beeinträchtigung unterscheiden. Die Anwenderbefragung bestätigte die grundsätzliche klinische Plausibilität der Gruppen und die Praktikabilität der Instrumente für den klinischen Einsatz.

Schlussfolgerung:

Der RMK-Ansatz eröffnet einen neuen Zugang für die bedarfsbezogene Fallgruppierung in der Rehabilitation. Die RMK-Instrumente sind geeignet, um eine standardisierte und damit auch zwischen Kliniken vergleichbare Eingangsdiagnostik in der stationären Alkoholentwöhnung zu etablieren. Die Ergebnisse der RMK-Diagnostik liefern relevante Informationen für die bedarfsgerechte Allokation von Leistungen, was bei zunehmend begrenzten Ressourcen von Interesse ist. Die nächste Entwicklungsaufgabe besteht in der Definition und klinischen Überprüfung von therapeutischen Anforderungen für die RMK-Bedarfsgruppen. Eine finanzielle Bewertung der RMK ist prinzipiell möglich, bedarf jedoch weitergehender Entwicklungsschritte, nicht zuletzt um die gesundheitsökonomischen Implikationen zu modellieren und zu bewerten.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Rehabilitee-Management-Categories - RMK: Results of the Development Phase and of the First Clinical Implementation in Alcohol Rehabilitation Centres


Abstract:


Background:

Due to the introduction of lump sum reimbursement systems for acute-care settings (DRGs), patient classification systems have been developed in Germany during the last 15 years to adapt a case-based lump sum system to the field of medical rehabilitation. The concept of Rehabilitee-Management-Categories (RMK), developed by the Charité - Universitätsmedizin Berlin, classifies rehabilitees primarily by their relevant impairments of activity and participation, as these factors mainly determine treatment needs and resources required in rehabilitation. It can, inter alia, be used to optimize the demand-related allocation of treatment services in the rehabilitation centres as well as lead to more transparency in the allocation process. RMK results are reported on the example of inpatient rehabilitation of alcohol dependence.

Methods:

Utilizing internationally established assessments, an RMK-assessment was developed that allows the assessment of rehab treatment needs of patients undergoing alcohol dependence rehabilitation. The RMK-assessment was completed by n equal 731 rehabilitees. Latent class analysis was applied to find groups of cases. To facilitate the RMK-patient classification a software-based algorithm was developed and implemented in 12 rehabilitation centres (implementation study). To validate the results of the first study phase, the data collected during implementation (n equal 1 533) was again analyzed using latent class analysis. Combined standardized and qualitative user surveys were conducted at the end of the implementation study.

Results:

On the basis of 15 needs-related patient characteristics, 4 comparable case groups (AL-1 to AL-4) each were identified in 2 independent samples, groups that differed significantly in their degree of dependence-related, psychological and social impairment. The user survey confirmed the basic clinical plausibility of the 4 different case groups as well as the feasibility of the instruments applied in a rehabilitation setting.

Conclusions:

The RMK-concept offers a new approach for a demand-related patient classification in medical rehabilitation. The RMK-instruments allow a standardized initial assessment of impairment and treatment needs in alcohol rehabilitation and can hence be used for objective comparisons between rehabilitation centres. The results of the RMK-assessment provide relevant information about demand-related treatment requirements, which is a matter of great interest in the context of limited resources. Appropriate treatment requirements for the 4 RMK-case groups will be defined and verified in the next step of the RMK-concept. A financial evaluation of the RMK is possible in principal, will however require more extensive development, not least in order to model and evaluate the health-economic implications involved.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/8978


Informationsstand: 14.11.2011

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