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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Begutachtung von Berufskrankheiten als Konfliktfeld zwischen Versichertem, medizinischem Sachverständigen und Unfallversicherungsträger


Autor/in:

Blome, Otto


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 2005, Band 55 (Heft 2), Seite 50-60, Heidelberg: Haefner, ISSN: 0944-2502 (Print); 2198-0713 (Online)


Jahr:

2005



Abstract:


Es gehört zu den gesetzlich normierten Aufgaben der Unfallversicherungsträger (UV-Träger), auch über die Anerkennung und Entschädigung von Berufskrankheiten zu entscheiden. Als Berufskrankheiten werden solche Erkrankungen anerkannt und entschädigt, die auf Grund der gesetzlichen Kriterien dem Risikobereich des Unternehmens zuzurechnen sind. Ob dies der Fall ist, wird im Berufskrankheiten-Feststellungsverfahren ermittelt und geklärt.

Das Feststellungsverfahren nach den Vorschriften des Sozialgesetzbuches X (SGB X) umfasst die Ermittlung der Krankheits- und Arbeitsvorgeschichte und der versicherten schädigenden Einwirkungen am Arbeitsplatz sowie insbesondere die medizinische Begutachtung. Gegenstand der medizinischen Begutachtung ist eine Aussage, ob mit Wahrscheinlichkeit der ursächliche Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit, die besonderen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen und die durch die Folgen der Berufskrankheit bedingte Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) vorliegen.

Es ist gesetzliche Aufgabe des UV-Trägers (§§ 20 ff SGB X), die relevante Exposition und die anspruchsbegründenden Tatsachen vollständig zu ermitteln. Begutachtungsempfehlungen können in der Regel nicht nur die erforderliche Schlüssigkeitsprüfung der Gutachten durch die UV-Träger und die Sozialgerichtsbarkeit erleichtern, sondern sie sollen auch durch die systematische Struktur und den aktuellen Stand der medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse für das zur Begutachtung anstehende medizinische Fachgebiet die Erstellung von Gutachten erleichtern. Daneben schaffen Begutachtungsempfehlungen automatisch ein hohes Maß an Transparenz, besseres Verständnis für die Einzelfallgerechtigkeit und überdies erleichtern sie auch noch die Qualifizierung des Gutachternachwuchses.

Die Kritik der Medien und der Sozialpolitik, aber auch zum Teil unterschiedliche Auffassungen in der einschlägigen Fachliteratur - trotz vorhandener umfangreicher Standardwerke über die Begutachtung von Berufskrankheiten - drängt dazu, grundsätzlichen Fragen nachzugehen. Der Beitrag befasst sich schwerpunktmäßig mit den allgemeinen Rechtsgrundlagen der medizinischen Begutachtung von Berufskrankheiten, gesetzlichen Gutachterpflichten, mit der Bewertung der Gutachtenqualität durch die Aufsichtsbehörde und der Ergebnisqualität. Ferner wird auf Maßnahmen der Qualitätssicherung der UV-Träger im Feststellungsverfahren bei Berufskrankheiten eingegangen, die einen wesentlichen Beitrag zur Begutachtung darstellen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Assessment of occupational diseases as an area of conflict between insured persons, medical experts, and accident insurers


Abstract:


The legally specified responsibility of accident insurers also includes deciding on the recognition and compensation of occupational diseases. Diseases recognised and compensated as occupational diseases are those which on the basis of the prevailing legal criteria can be attributed to the risk area of the employer. Whether this is actually the case is determined and clarified by means of the occupational disease establishment procedure.

The establishment procedure under the regulations of the Social Code X (SGB X) covers the determination of the previous history of the disease and working conditions and the insured harmful effects, and particularly the medical assessment. The purpose of the medical assessment is to determine whether there is probably a causative connection with the occupational activity, the special insurance requirements and the level of work disability brought about as a result of the occupational disease.

It is the legal responsibility of the insurer (paragraphs 20 ff SGB X) to fully establish the relevant exposure and the facts substantiating the claim. Assessment recommendations can as a rule not only facilitate the necessary conclusiveness of the assessment by the insurer and the social justification of the case, but should also facilitate the assessment by means of the systematic structure and the current status of medical scientific knowledge for the specialised area of medicine under assessment. Assessment recommendations also automatically create a high degree of transparency, better understanding of the justification of the individual case, and also facilitate the qualification of new assessors.

The criticism of the media and the social policy, coupled with partly differing opinions in the relevant specialist literature - despite comprehensive existing standard works on the assessment of occupational diseases, prompts the investigation of several basic questions. The article is concerned primarily with the general legal basis of the medical assessment of occupational diseases, legal assessment obligations, the evaluation of the quality of such assessments by the supervisory authorities and the quality of the results. It will also examine the quality assurance measures of insurers in the occupational disease establishment procedure, since these also represent an important contribution to the assessment.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
Homepage: https://link.springer.com/journal/40664

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Referenznummer:

R/ZS0064/0059


Informationsstand: 15.03.2005

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