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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Besonderheiten von Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen in Taiwan

Eine Überlegung aus deutscher Sicht



Autor/in:

Huang, Pai-Tsang


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 2002, Band 52 (Heft 8), Seite 269-277, Heidelberg: Haefner, ISSN: 0944-2502 (Print); 2198-0713 (Online)


Jahr:

2002



Abstract:


Während eines halben Jahrhunderts hat sich Taiwan, ein Inselstaat, von einer landwirtschaftlichen Gesellschaft über Industrialisierung in eine post-moderne Dienstleistungs- und Wissenschaftsgesellschaft transformiert.

Der Stand des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz spiegelt den Wandel der Zeit wider und spielt heute in der Sozialpolitik eine wichtige Rolle. Die Häufigkeit der Arbeitsunfälle ist trotz fallender Tendenz noch hoch, und die Begutachtung von Unfallfolgen ist problematisch. Die Berufskrankheiten, dargestellt in der Liste der Berufskrankheiten in der gesetzlichen Unfallversicherung, bleiben eine bemerkenswerte Seltenheit.

Die durch chemische Einwirkungen verursachten Krankheiten haben nie das Niveau erreicht, wie es normalerweise in einem Industriestaat zu beobachten ist. Zudem sind sie wegen verbesserter Arbeitsplatzbedingungen und veränderter Industriestruktur allmählich reduziert worden. Im Gegensatz dazu ist die Anzahl der durch physikalische Einwirkung verursachten Krankheiten gestiegen, insbesondere die des Halte- und Bewegungsapparates und die Taucherkrankheit.

Die durch Infektionserreger verursachten Krankheiten haben im Gesundheitsdienst zunehmend an Bedeutung zugenommen, und zwar wegen der Verbreitung der Tuberkulose in der taiwanesischen Bevölkerung. Es gibt offiziell nur wenige arbeitsbedingte Krebserkrankungen, Hautkrankheiten und Lärmschwerhörigkeit. Insgesamt erscheint das Profil der Berufskrankheiten im Vergleich zu dem deutschen System ziemlich uneinheitlich. Die Ursachen liegen im Mangel an Arbeitsmedizinern, der arbeitsmedizinischen Ausbildung, in den Besonderheiten der administrativen unfallversicherungsrechtlichen Verfahren bei der Behandlung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie schließlich an der gutachtlichen Behandlung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

The peculiarities of occupational diseases and work injuries in Taiwan

A reflection from the German point of view

Abstract:


Within half a century, the island state Taiwan has transformed from an agricultural society over industrialisation into a post-modern service and knowledge economy. The level of health protection at the workplace reflects the changing times and plays a major role in today's social policy. The frequency of occupational accidents is still high - despite a downward tendency - and expertises concerning the consequences of accidents are problematic. Occupational diseases listed in the statutory accident insurance's list of occupational diseases occur remarkably rarely.

Diseases caused by chemical substances have never reached a level as it is usually witnessed in other industrialised countries. In addition, these diseases have been reduced step by step by way of improved working conditions and a changed industry structure. On the other hand, the number of physically induced diseases is on the rise, this is particularly valid for diseases of the musculoskeletal system and the decompression sickness.

Infectious diseases have gained increasing importance within health service; the main reason for this is the spreading of tuberculosis among the Taiwanese population. Officially, there is only a small number of work-related cancers, skin diseases and cases of loud noise deafness. All in all, the profile of occupational diseases seems quite inconsistent when compared to the German system.

The reasons for this are to be found in the shourage of occupational health professionals, the professional training in the field of occupatinal medicine, the peculiarities of the administrative proceedings of the statutory accident and diseases, and, finally, in the way, occupational accidents and diseases are assessed in expertises.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
Homepage: https://link.springer.com/journal/40664

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0064/3382


Informationsstand: 10.10.2002

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