Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Psychische Belastungen beurteilen - aber wie?

Eine betriebliche Handlungshilfe für Gefährdungsbeurteilungen



Sammelwerk / Reihe:

Handlungshilfe des Projekts Gute Arbeit


Autor/in:

Fergen, Andrea; Kurzer, Brigitte


Herausgeber/in:

Industriegewerkschaft Metall (IG Metall)


Quelle:

Frankfurt am Main: Eigenverlag, 2005, 1. Auflage, 38 Seiten


Jahr:

2005



Abstract:


In den aktuellen Debatten um den betriebliche Gesundheitsschutz verweisen Arbeitgebervertreter gerne auf den historisch niedrigen Krankenstand. Das Rekordtief bei krankheitsbedingten Fehlzeiten ist nach Einschätzung der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände ein Beleg dafür, dass die Arbeitsbedingungen in Deutschland gesünder geworden sind (Journal Arbeit 4. Jg./Nr. 1 2004). Ein Blick in die Betriebe zeigt ebenso wie aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen ein ganz anderes Bild: Wachsende Angst vor Arbeitsplatzverlust und innerbetrieblicher Druck, beispielsweise durch eine Intensivierung von Krankenrückkehrgesprächen, bewirken, dass der Krankenstand zurückgeht. Tatsächlich sind die Belastungen in den Betrieben noch gestiegen. Die Arbeitsbedingungen haben sich verschlechtert.

Eine genaue Betrachtung zeigt allerdings auch, dass sich das Belastungs- und Gefährdungsspektrum in den Betrieben verschoben hat. Die klassischen körperlichen Belastungen durch Lärm, Gefahrstoffe, Heben und Tragen usw. nehmen leicht zu. Den stärksten Anstieg verzeichnen jedoch psychosoziale Belastungen. So lässt sich über alle Betriebe und Branchen hinweg eine starke Zunahme von Arbeitsintensität und Zeitdruck beobachten. Längst sind Stress und Arbeitshetze zu einem auch in der Öffentlichkeit beachteten Alltagsproblem geworden. Diese Entwicklung ist eine Herausforderung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Aus diesem Grund macht das Projekt Gute Arbeit psychische Belastungen zu einem Schwerpunktthema bei seinen Aktivitäten für menschengerechte Arbeitsbedingungen.

Die betrieblichen Erfahrungen mit dem Thema psychische Belastungen zeigen, dass ein erfolgreicher Einstieg in den Abbau dieser Belastungsart besonders zwei Problemen Rechnung tragen muss: Zum einen ist im betrieblichen Alltagsverständnis die Auffassung weit verbreitet, unter Belastungen seien lediglich körperliche Belastungen oder gar ausschließlich Muskelbelastungen durch schwere Arbeit zu verstehen. Für ein umfassendes Belastungsverständnis, dass der Vielfalt heutiger Belastungen in der Arbeitswelt gerecht wird und auch psychische Belastungen als Handlungsproblem anerkennt, muss in vielen Betrieben noch geworben werden. Zweitens: Die Ermittlung psychischer Belastungen erscheint vielfach schwieriger und weniger objektiv zu sein als etwa die Messung von Lärm oder von Gefahrstoffen.

Die Broschüre stellt sich diesen Problemen. Sie ist eine Handlungshilfe für die Ermittlung von psychischen Belastungen und zeigt praktikable Ablaufschritte und bewährte Methoden. In ihrem Zentrum steht die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, wie sie das Arbeitsschutzgesetz in § 5 vorsieht. Die Broschüre wurde in Kooperation zwischen dem Projekt Gute Arbeit und dem Schwerpunkt Arbeits- und Gesundheitsschutz im IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel erstellt. Die Auswertung von Erfahrungen der betrieblichen Funktionäre im Seminar Runter mit dem Dauerstress lieferte wichtige Impulse für die Broschüre.

[Aus: Information des Herausgebers]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Praxishilfe/Ratgeber




Bezugsmöglichkeit:


Industriegewerkschaft Metall (IG Metall)
Homepage: https://www.igmetall.de
Homepage: https://www.igmetall.de/gesundheit-und-gute-arbeit-191.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0064/3389


Informationsstand: 31.10.2019

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