Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten bei Hebammen


Autor/in:

Nienhaus, Albert; Pohrt, Ute


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 2003, Band 53 (Heft 4), Seite 171-176, Heidelberg: Haefner, ISSN: 0944-2502 (Print); 2198-0713 (Online)


Jahr:

2003



Abstract:


Die Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten der ambulant tätigen Hebammen werden mittels der Daten der Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) analysiert. Reine Arbeitsunfälle melden Hebammen deutlich seltener als Beschäftigte in Krankenhäusern (4,2 versus 15,0 pro 1.000 Vollarbeiter).

Verkehrsunfälle (Dienstwege- und Wegeunfälle) sind bei ambulant tätigen Hebammen ähnlich häufig wie bei allen Versicherten der BGW (9,3 versus 10,1 pro 1.000 Vollarbeiter). Hebammen, die auch Entbindungen durchführen, erstatteten im Jahr 2000 bezogen auf 1. 000 vollzeitbeschäftigte Hebammen 5,8 Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheit. Damit ist die Melderate etwa doppelt so hoch wie beim Durchscnitt aller Versicherten der BGW (3,3 pro 1.000 Vollarbeiter). Die häufigsten Meldungen betreffen Infektionskrankheiten (30 Prozent), darunter überwiegend Meldungen von Blutkontakten.

Hauterkrankungen sind mit 22 Prozent die zweithäufigsten Verdachtsanzeigen. Bei jeder zweiten gemeldeten Hauterkrankung bestätigte sich der Verdacht auf arbeitsbedingte Verursachung. Allergien gegenüber Latex (36 Prozent) und Feuchtarbeit (27 Prozent) waren die häufigsten Auslöser bei den anerkannten Hauterkrankungen.

Zwischen 1996 und 2000 wurden 4 allergische Atemwegserkrankungen anerkannt, die alle durch Latex verursacht worden waren. Deshalb ist der Verzicht auf gepuderte Latexhandschuhe die wichtigste Präventionsmaßnahme bei Hebammen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Occupational accidents and occupational diseases of midwives


Abstract:


Occupational accidents and occupational diseases of midwives are analysed using the data of the Industrial Injuries for Health and Wlfare Service (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege - BGW). Purely occupaitonal accidents are reported less often by midwifes than by employees in hospitals (4.2 versus 15.0 per 1,000 full-time workers).

Traffic accidents are reported by midwives who make house-calls about as often as in all workers covered by the BGW (9.3 versus 10.1 per 1,000 full-time workers). Midwives who also perform deliveries reported 5.8 suspected cases of occupational diseases per 1,000 full-time midwives in the year 2000. The reporting rate for occupational disease ist thus about twice as high as the average for all those insured by the BGW (3.3 per 1, 000 full-time workers). Most claims concern infectious diseases (30 per cent of all claims), of which most cover simple blood contacts.

At 22 per cent, skin diseases make up the second most frequent cause of suspected diseases. In half the skin diseases reported, the suspected cause was confirmed as being word-related. The most prevalent causes of these occupational skin diseases are allergy to latex (36 per cent) or wet work (27 per cent).

Between the years 1996 and 2000 four claims of allergic respiratory diseases were accepted, which were all caused by latex. Therefore the use of powder-free latex gloves ist hte most improtant preventive measure for midwives.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
Homepage: https://link.springer.com/journal/40664

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0064/3408


Informationsstand: 28.07.2003

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