Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Anspruch auf Nachteilsausgleiche

Im neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX) ist der gesetzliche Anspruch auf Hilfen und Vergünstigungen für schwerbehinderte Menschen geregelt



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK)


Quelle:

Leben und Weg, 2003, 43. Jahrgang (Ausgabe 2), Seite 4, Krautheim/Jagst: Eigenverlag, ISSN: 0724-3820


Jahr:

2003



Abstract:


Schwerbehinderte haben in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf Hilfen und Vergünstigungen. Diese sogenannten 'Nachteilsausgleiche' sind im neunten Buch des Sozialgesetzbuches geregelt. Sie sollen dazu beitragen, dass Schwerbehinderte trotz ihrer gesundheitlichen Defizite ein selbstbestimmtes Leben führen und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Als schwere Behinderung gilt jede Einschränkung körperlicher Funktionen, geistiger Fähigkeiten oder der seelischen Gesundheit über einen längeren Zeitraum. In den seltensten Fällen ist die Behinderung angeboren. Herz- und Kreislaufkrankheiten, Stoffwechselstörungen, Krebs oder Verschleiß an der Wirbelsäule können genauso Ursache sein wie Depressionen. Als schwerbehindert gilt man, wenn das Versorgungsamt einen Grad der Behinderung von 50 oder mehr feststellt. Dann bekommt man auch einen Schwerbehindertenausweis.

Je nach Schwere der Beeinträchtigung können die Ausweisinhaber kostenlos mit Bus und Bahn fahren. Wenn sie dazu einen Begleiter brauchen, muss auch dieser nichts bezahlen. Eine außergewöhnliche Gehbehinderung berechtigt auch dazu, auf Behindertenparkplätzen zu parken. Im Arbeitsleben gilt für Schwerbehinderte ein besonderer Kündigungsschutz. Sie haben zudem zusätzlichen Urlaub von einer Woche pro Jahr, sind von Mehrarbeit freigestellt und haben Anspruch auf begleitende Hilfe am Arbeitsplatz.

Auch in der Sozialversicherung und im Steuerrecht gibt es Vergünstigungen für Schwerbehinderte. So können sie unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für ein Auto oder eine Haushaltshilfe von der Steuer absetzen. Die Kfz-Steuer ist für sie ermäßigt oder fällt ganz weg. Zudem sind Schwerbehinderte in einigen Fällen von den Rundfunkgebühren befreit und müssen weniger Telefongebühren bezahlen. Auch Eintrittspreise für Museen oder Schwimmbäder sind für Schwerbehinderte billiger als der Normaltarif. Ebenso gilt für sie oft ein geringerer Beitrag für Verbände und Vereine wie etwa Automobil-Clubs.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Leben & Weg - Magazin für selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Körperbehinderung
Homepage: https://www.bsk-ev.org/publikationen/leben-weg/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0065/0004


Informationsstand: 08.08.2003

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