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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Kaum Chancen ohne Ausbildung

Ohne eine gute Berufs-Ausbildung stehen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt schlecht - zumal für Menschen mit Behinderung



Autor/in:

Bartz, Elke


Herausgeber/in:

Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK)


Quelle:

Leben und Weg, 2005, 45. Jahrgang (Ausgabe 2), Seite 28-29, Krautheim/Jagst: Eigenverlag, ISSN: 0724-3820


Jahr:

2005



Abstract:


Jugendliche ohne Schulabschluss - ob männlich oder weiblich - finden selten einen Ausbildungsplatz. Und ohne Ausbildung sinken die Chancen auf einen Arbeitsplatz. Noch schwerer als nicht behinderte Unausgebildete haben es Menschen mit Behinderung. Bleiben den Nichtbehinderten noch so genannte Hilfsarbeiterjobs, so stehen den meisten Menschen mit Behinderung noch nicht einmal diese offen. Denn dabei handelt es sich überwiegend um körperlichen Tätigkeiten, die Betroffene wegen ihrer Behinderung nicht ausüben können.

Dabei gibt es im Computerzeitalter immer mehr Möglichkeiten, auch als Mensch mit Behinderung (qualifiziert) berufstätig zu sein, als dies noch vor wenigen Jahrzehnten möglich war. Sprachprogramme für Menschen, die bewegungsunfähig sind, Software für blinde Menschen und viele anderen technischen Errungenschaften ermöglichen es auch Schwerstbehinderten, ihre Arbeit vollwertig zu leisten. Wer trotz aller technischen Möglichkeiten personelle Unterstützung benötigt, hat das Recht auf Arbeitsassistenz. Und auch hier gilt: Je besser die Ausbildung beziehungsweise das Studium, desto größer die Chancen auf einen (gut bezahlten) Arbeitsplatz.

Ohne abgeschlossene Ausbildung bleibt vielen Betroffenen nur die Möglichkeit, in einer Werkstätte für behinderte Menschen zu arbeiten. Hier erhalten sie jedoch nur geringe Entgelte, die den Lebensunterhalt nicht sichern können.

Einen Arbeitsplatz auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt zu haben, bedeutet oft nicht nur, höheres Einkommen zur Verfügung zu haben. Nur wer einen 'richtigen' Arbeitsplatz sein eigen nennt, kann beim Integrationsamt, bei der Agentur für Arbeit oder beim Rentenversicherungsträger einen Antrag auf Zuschuss für ein Auto stellen und die Kostenübernahme für den Führerscheinerwerb beantragen. Dies ist ein wichtiger Aspekt, sind doch viele behinderte Menschen auf einen eigenen PKW angewiesen, da sie den öffentlichen Personenverkehr oft nicht ungehindert nutzen können.

Am Einkommen aus Erwerbstätigkeit orientiert sich auch später im Alter die Rentenhöhe. Wer also als alter Mensch nicht auf oder nur knapp über dem Sozialhilfeniveau leben will, muss entsprechende Rentenanwartschaften erwirtschaften.

Neben den finanziellen Aspekten bedeutet eine gute Ausbildung und ein entsprechender Arbeitsplatz gesellschaftliche Anerkennung und eine Steigerung des Selbstwertgefühles. In einer humanitären Gesellschaft sollte zwar der Mensch als solcher zählen, doch in einer Leistungsgesellschaft wie der unseren orientiert sich Anerkennung häufig nur an der Leistung, die jemand erbringt.

Eine qualifizierte, den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten entsprechende Ausbildung ist folglich wichtig, um auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt konkurrieren zu können.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Leben & Weg - Magazin für selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Körperbehinderung
Homepage: https://www.bsk-ev.org/publikationen/leben-weg/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0065/0020


Informationsstand: 03.05.2005

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