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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Tücken der Technik: Kommunikation und Kommunikationshilfen


Autor/in:

Heiler, Hannes


Herausgeber/in:

Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK)


Quelle:

Leben und Weg, 2008, 47. Jahrgang (Ausgabe 6), Seite 18-23, Krautheim/Jagst: Eigenverlag, ISSN: 0724-3820


Jahr:

2008



Abstract:


Hannes Heiler informiert über Kommunikationshilfen und die Tücken der Technik. Wenn Kommunikation nicht direkt klappt, ist ein Dolmetscher nötig, der in eine Fremdsprache oder die Gebärdensprache übersetzt. Für stark sprachbehinderte Menschen kann es ebenfalls hilfreich sein, wenn ein Helfer die Aussagen wiederholt. Sind ohnehin Geräte im Spiel, bieten sich technische Hilfsmittel an. Es gibt zum Beispiel spezielle Telefone mit Freisprecheinrichtung, mit großen Tasten und Notruftasten. Zudem gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Kommunikationswege zum Beispiel in einen Computer zu integrieren. Hier ist der Vorteil, dass man für alle Aufgaben nur ein Eingabegerät braucht.

Zur Eingabe stehen unter anderem unterschiedliche Tastaturen oder Spracheingaben zur Verfügung. Vielfältig sind auch die Ausgabegeräte. Hier gibt es große Bildschirme, Lupenfunktionen, Lautsprecher und Kopfhörer. Trotz der vielfältigen Möglichkeiten, die die Technik bietet, sollte man sich vorher gut überlegen, ob man auf Maschinen setzt oder lieber auf die Hilfe von Menschen, denn jede Technik kann versagen. Bei den Hilfsmitteln zur Kommunikation gibt es aufgrund der sehr unterschiedlichen Zielgruppen auch unterschiedliche Strategien. Es gibt Geräte bei denen man auf einer Tastatur Buchstabe für Buchstabe eintippt und Geräte, die über Bildsymbole gesteuert werden. Der Sprachschatz letzterer ist zwar beschränkt, dafür geht es etwas schneller.

Technisch viel anspruchsvoller ist die Spracheingabe, durch die die Steuerung von Computer und angeschlossenen Geräten per Mikrofon erfolgt. Problematisch ist allerdings, dass das System auf die eigene Sprache trainiert werden muss und so kann es sein, dass es die eigene Stimme bei Schnupfen nicht mehr erkennt. Über die Augensteuerung wurde bereits mehrfach in der Presse berichtet. Bei der Augensteuerung wird in der Regel mit einem schwachen, ungefährlichen Laserstrahl die Bewegung der Augen verfolgt und damit der Cursor über den Bildschirm gesteuert. In ersten Tests funktionierte die Technik gut, allerdings ist das Gerät noch nicht auf dem Markt zu haben.

Ein Hilfsmittel für weitgehend eingeschränkte Menschen ist die Zungenmaus. Der biegsame Halter, der kaum dicker ist als ein Trinkschlauch, reicht bis zum Mund. Das daran befestigte bewegliche Kunststoff-Formstück lässt sich extrem leicht mit der Zungenspitze bewegen. Die Integration von Unterhaltungselektronik ist inzwischen auch für nicht behinderte Menschen zum Standard geworden. Das Einbinden weiterer Haushaltsgeräte ist dagegen noch im Entwicklungsstadium. Auch Handys sind technisch weiterentwickelt worden. Sie haben nicht mehr nur Zusatzfunktionen wie Fotokamera und MP3-Player sondern können auch zur Orientierungshilfe für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger dienen, denn auf den Karten sind neben Straßen auch Fuß- und Radwege erfasst. Im Einzelhandel und dem Öffentlichen Nahverkehr sind sogar inzwischen Bezahlfunktionen über das Handy möglich.

Da es im schnelllebigen Markt der Kommunikationsmittel schwer ist, den Überblick zu behalten, ist es wichtig, sich gut beraten zu lassen, wenn möglich auch von mehreren Herstellern. In Einzelfällen empfiehlt es sich auch, einen unabhängigen Spezialisten aufzusuchen. Das kann der Reha-Berater der jeweiligen Agentur für Arbeit sein oder aber Mitarbeiter von Verbänden. In Berlin gibt es ein Institut für Kommunikationsberatung. Informationen über Hilfsmittel zur Kommunikation bekommt man beispielsweise im Internet auf der Seite von Intakt - Internetplattform für Eltern von Kindern mit Behinderung. Sie führen sowohl Vor- als auch Nachteile von nicht-elektronischen Hilfsmitteln an. Einen Überblick über elektronische Hilfsmittel gibt der Bundesfachverband Elektronische Hilfsmittel für Behinderte e.V. (BEH).

Im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen gibt es die Produktgruppe Kommunikationshilfen mit mehreren Untergruppen. Dabei ist zu beachten, dass die Krankenkasse nur eine eingeschränkte Sichtweise hat. Darüber hinaus existieren jedoch auch noch andere mögliche Kostenträger. Bei der Finanzierung ist die Regelung der Servicestellen des SGB IX sehr hilfreich, denn egal wohin man sich mit dem Antrag wendet, innerhalb von vier Wochen muss der Antragsteller Bescheid bekommen, ob er an der richtigen Stelle ist. Als wichtig erachtet der Autor, dass man sich zunächst mit anderen Betroffenen über Vor- und Nachteile mit Beratern und Herstellern austauscht.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Kommunikationshilfen | REHADAT-Hilfsmittel




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Leben & Weg - Magazin für selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Körperbehinderung
Homepage: https://www.bsk-ev.org/publikationen/leben-weg/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0065/0035


Informationsstand: 10.02.2009

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