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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Von Anfang an dabei: UN-Konvention fordert gleichberechtigte Teilhabe für behinderte Menschen


Autor/in:

Dahesch, Keyvan


Herausgeber/in:

Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK)


Quelle:

Leben und Weg, 2009, 48. Jahrgang (Ausgabe 2), Seite 9-10, Krautheim/Jagst: Eigenverlag, ISSN: 0724-3820


Jahr:

2009



Abstract:


Die UN-Behindertenrechtskonvention ist nun auch für Deutschland verbindlich. Diese fordert eine gleichberechtigte Teilhabe für behinderte Menschen.

In der Originalfassung bedeutet der Begriff inclusion Einschluss von Anfang an. Die deutsche Übersetzung verwendet hingegen den Begriff Integration, den behinderte Menschen und ihre Verbände als abschwächende Bezeichnung kritisieren. So werde Integration beispielsweise nicht als Pflicht zum gemeinsamen Lernen in einer Regelschule für alle interpretiert, obwohl es genau darauf ankomme.

Allerdings können behinderte Menschen alle ihre in der Konvention garantierten Rechte einklagen und sich sogar an einen Beschwerdeausschuss der Vereinten Nationen wenden, sollte der Rechtsweg in Deutschland ausgeschöpft sein.

Der Beschwerdeausschuss wurde in Genf eingerichtet und entscheidet endgültig. In Deutschland gehen nur etwa 15 bis 20 Prozent der behinderten Kinder gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern zur Schule, in anderen Ländern Europas sind es sogar bis zu 80 Prozent.

Eine Eltern-Klage vor Gericht stützt sich bereits auf die UN-Behindertenrechtskonvention. Allerdings rechnet Karin Evers-Meyer, Behindertenbeauftragte der Bundesregierung nicht mit einem baldigen Ende der Sonderschulen. Dies sieht sie vor allem durch den Widerstand der Bundesländer begründet. Das Recht auf Barrierefreiheit von Waren und Dienstleistungen gilt auch für das Internet, das zu einem unverzichtbaren Mittel der Kommunikation zwischen den Menschen geworden ist.

Behinderte Internetnutzer fordern unter anderem die deutlichere Absetzung von Überschriften, bessere Erreichbarkeit der Elemente auf einer Internetseite über Tastaturkommandos und veränderbare Schriftgrößen. Um für behinderte Menschen ein höheres Maß an Mobilität zu schaffen, müssen Nah- und Fernverkehr beispielsweise mit einem ebenerdigen Zugang oder einer auf Knopfdruck ausfahrbaren Rampe ausgestattet sein. Diese sind jedoch noch nicht flächendeckend vorhanden. Gleiches gilt für gut hörbare oder vibrierende Ampelanlagen und fühlbare Leitstreifen an Bahn- und Bushaltestellen.

Der Zugang zu Medien muss ebenfalls gewährleistet sein. Die meisten modernen Rundfunk- und Fernsehgeräte können von blinden oder sehbehinderten Menschen oft nicht selbstständig genutzt werden, da man in den Menüs über Tasten navigieren muss. Zudem kann man auf vielen Fernbedienungen lediglich die Nummern einprogrammieren. Gleiches gilt für Telefone und viele elektronisch steuerbare Haushaltsgeräte.

Allerdings gibt es eine für Handy-Systeme entwickelte Software, die das Display vorliest. Diese kostet etwa 300 Euro. Wäre sie jedoch standardmäßig in allen Telefonen installiert, würde sie nur wenige Euro kosten. Auch andere Haushaltsgeräte wären mit einer solchen Software leichter bedienbar.

Die Barrierefreiheit von Gebäuden muss ebenfalls gewährleistet sein. Viele Gebäude sind nur über Treppen erreichbar und die wenigsten haben Aufzüge. Aus diesem Grund fordert die UN-Konvention die Vertragsstaaten dazu auf, Barrieren abzubauen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Leben & Weg - Magazin für selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Körperbehinderung
Homepage: https://www.bsk-ev.org/publikationen/leben-weg/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0065/7206


Informationsstand: 22.07.2009

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