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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Krankenkasse muss Kosten für Teilprothese nicht übernehmen

Gutachter sieht keine Funktionsverbesserung



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihrer Angehörigen e.V. (BAG SELBSTHILFE)


Quelle:

Selbsthilfe, 2008, Heft 4, Seite 22, Wuppertal: Delphin-Werbung, ISSN: 0724-5572


Jahr:

2008



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Abstract:


Das Landessozialgericht Hessen hat in seinem Urteil vom 19.06. 2008, Aktenzeichen L 8 KR 171/07, entschieden, dass ein Hilfsmittel, das eine Behinderung ausgleicht, nicht von der Krankenkasse bezahlt werden muss, wenn es nur für die berufliche Tätigkeit des Nutzers erforderlich ist.

Der Entscheidung liegt die Klage eines Mannes zugrunde, der im kaufmännischen Bereich tätig ist und viel mit dem PC arbeitet. Er fragte bei seiner Krankenkasse nach einer Versorgung mit einer Fingerteilprothese aus Silikon an, da ein Teil des rechten Zeigefingers wegen einer Quetschung teilamputiert werden musste.

Die Krankenkasse lehnte den Antrag nach einer Untersuchung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung ab. Sie begründete dies damit, dass die Prothese medizinisch gesehen nicht notwendig sei, da keine wesentliche Minderung der Funktionsfähigkeit der Hand ersichtlich sei.

Nach erfolglos eingelegtem Widerspruch erhob der Mann Klage beim Sozialgericht. Das Sozialgericht gab der Klage statt und verurteilte die Beklagte dazu, die Kosten für die Prothese zu übernehmen, mit der Begründung, dass die Prothese dem Ausgleich der Behinderung diene und damit ein notwendiges Hilfsmittel für Alltagssituationen und berufliche Tätigkeiten des Klägers sei.

Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung seitens der Krankenkasse war erfolgreich. Das Hessische Landessozialgericht lehnte die Klage auf Versorgung mit einer Teilprothese in letzter Instanz ab, mit der Begründung dass Folgen und Auswirkungen einer Behinderung auf den beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Bereich keinen Anspruch auf ein Hilfsmittel begründen.

Nur wenn ein Hilfsmittel für die Grundbedürfnisse benötigt, das heißt, dass es mindestens für eine private Nutzung gebraucht wird, muss es von der Krankenkasse bezahlt werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Urteil mit Aktenzeichen L 8 KR 171/07 Versorgung mit einer Fingerteilprothese aus Silikon (Fingerepithese) | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Selbsthilfe
Das Erscheinen der Zeitschrift wurde Ende 2015 eingestellt.
Homepage: https://www.bag-selbsthilfe.de/

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Referenznummer:

R/ZS0066/6947


Informationsstand: 13.02.2009

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