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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

UN-Konvention ist Meilenstein und Richtschnur

Behindertenpolitische Forderungen des Deutschen Behindertenrates



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihrer Angehörigen e.V. (BAG SELBSTHILFE)


Quelle:

Selbsthilfe, 2009, Heft 1, Seite 18-21, Wuppertal: Delphin-Werbung, ISSN: 0724-5572


Jahr:

2009



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Abstract:


Der Deutsche Behindertenrat (DBR) fordert die umfassende Umsetzung der UN-Konvention in allen gesellschaftlichen Bereichen des Lebens. Damit dieses gelingen kann müssen Änderungen in zahlreichen Bereichen vorgenommen werden. Die Behindertenrechtskonvention gilt als das Herzstück der Behindertenpolitik und ist nach Meinung des Deutschen Behindertenrates von der Bundesregierung unter allen Umständen in Recht und Praxis umzusetzen. Zudem verlangt der Deutsche Behindertenrat eine Angleichung der deutschen Behindertenpolitik an die Europäische, um einen europaweiten Diskriminierungsschutz zu etablieren.

Außerdem fordert er Zielvereinbarungen und Barrierefreiheit als Pflichtkriterium für den regionalen und nationalen Bahnverkehr sowie eine stärkere schulische Inklusion in Form des Wunsch- und Wahlrechts bei der Auswahl der geeigneten Schulform. Weiterhin setzt er sich für eine umfassende Reform der Pflegeversicherung ein sowie ein Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe, die sich am individuellen Bedarf orientiert unter der Voraussetzung Teilhabe, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sowie Selbstbestimmung zu schaffen.

Von einer Vereinheitlichung des Rehabilitationsrechts verspricht sich der Deutsche Behindertenrat einen umfassenderen und trägerübergreifenden Teilhabeanspruch um bestehende, unflexible Strukturen des Systems aufzubrechen. Für den Bereich Arbeit und Beschäftigung verlangt der Deutsche Behindertenrat Ermessensleistungen der aktiven Arbeitsförderung in Pflichtleistungen umzuwandeln sowie den behinderungsbedingten Mehrbedarf an Qualifizierung weiter auszubauen. Eingliederungszuschüsse, die die Beschäftigung behinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt fördern sollen, werden oft zu zögerlich gewährt.

Die Position von behinderten Frauen soll besonders gestärkt werden. Sie bilden das Schlusslicht auf dem Arbeitsmarkt und sind häufig Opfer sexueller Gewalt. Als Mütter erhalten sie wenig Unterstützung, deshalb fordert der Deutsche Behindertenrat, dass die Situation von behinderten Frauen bei allen behinderten- und frauenpolitische Maßnahmen als Querschnittaufgabe berücksichtigt wird. Außerdem sollen behinderte Mütter und Väter durch ein Recht auf Elternassistenz unterstützt werden.

Als letzte Forderung steht ein solidarisches Gesundheitssystem auf dem Plan, das die Bedürfnisse behinderter Menschen berücksichtigt und ihnen vollen Zugang zu allen Leistungen gewährt. Eine Lösung sieht der Deutsche Behindertenrat in einem Präventionsgesetz, das die ungleichen Gesundheitschancen beseitigen soll. Die Beteiligungsrechte chronisch kranker und behinderter Menschen sind auszuweiten, etwa beim Abschluss von Strukturverträgen und der finanziellen Bewertung ärztlicher Leistungen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Selbsthilfe
Das Erscheinen der Zeitschrift wurde Ende 2015 eingestellt.
Homepage: https://www.bag-selbsthilfe.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0066/7079


Informationsstand: 06.05.2009

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