Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

VerGLEICHstellung in Europa: Deutschland

Bringen die neuen Gesetze neue Lebensqualität?



Autor/in:

Mörs, Manfred


Herausgeber/in:

Behinderte in Familie, Schule und Gemeinschaft


Quelle:

Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft, 2003, 26. Jahrgang (Heft 6), Seite 34-43, Graz: Eigenverlag, ISSN: 1561-2791


Jahr:

2003



Abstract:


Der Artikel bildet die Rede von Manfred Mörs, Sozialreferent in der Bundesgeschäftsstelle des Sozialverbandes VdK Deutschland, ab, die er am 23.5.2003 im Rahmen einer Fachtagung zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung in Graz hielt.

Darin stellt er die sozialpolitische und rechtliche Lage von Menschen mit Behinderung in Deutschland vor. Darüber hinaus berichtet er über neue Gesetze: das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz, das Sozialgesetzbuch IX und das Grundsicherungsgesetz.

Grundsätzliche Neuerungen wie zum Beispiel das geänderte Klagerecht von Betroffenen sowie Ziele dieser Gesetze wie beispielsweise Barrierefreiheit werden erläutert. Mörs stellt das Sozialgesetzbuch IX detailliert vor, das die dauerhafte Eingliederung behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt zum Ziel hat.

Weiterhin geht er auf die Werkstätten für behinderte Menschen, deren Aufbau und Zielsetzung ein: Den dort beschäftigten behinderten Arbeitnehmern soll ein kollektives Arbeitsverhalten nahegelegt werden. Ihre beruflichen Fähigkeiten sollen erhalten bleiben und verbesert werden. In den 220.000 Werkstätten ist eine positive Arbeitsphilosophie zu finden, die besagt, dass jeder dort Beschäftigte nützlich sei. Der Nachteil für die dort Beschäftigten ist allerdings ihr geringes Durchschnittseinkommen.

In Deutschland können bewegungsbeeinträchtigte Menschen öffentliche Verkehrsmittel in einem Umkreis von 50 km kostenlos benutzen. Grundsätzlich entsprechen die Verkehrsmittel außerdem den Anforderungen nach Barrierefreiheit. Nachbesserungen sind jedoch auch in diesem Bereich notwendig.

Das oben bereits erwähnte Grundsicherungsgesetz soll nicht Erwerbsfähigen helfen, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Diese Grundsicherung setzt sich aus einem Regelsatz, der an der Sozialhilfe orientiert ist, und aus verschiedenen Mehrbedarfssätzen zusammen. Ein Problem bei dieser Art der finanziellen Unterstützung stellen allerdings Datenschutzprobleme durch die Pflicht zum Nachweis der Erwerbsminderung dar.

Für die Barrierefreiheit gibt es in Deutschland sehr konkrete rechtliche Vorgaben. Deren Umsetzung ist weit vorangekommen; weitere Bemühung um Umsetzung und die Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins für die Barrierefreiheit ist jedoch auch weiterhin nötig.

Im Bereich der Bildung sieht Mörs den größten Nachbesserungsbedarf. Er bewertet das Konzept des integrativen Unterrichts durchweg positiv, bemängelt aber, dass aufgrund fehlender Ressourcen die Betroffenen das rechtlich verankerte Angebot in der Praxis zu wenig nutzen können.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


behinderte menschen - Zeitschrift für gemeinsames Leben, Lernen und Arbeiten
Homepage: https://www.behindertemenschen.at/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0069/0002D


Informationsstand: 27.02.2004

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