Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

VerGLEICHstellung in Europa: Slowenien

Große Fortschritte in einem kleinen Land?



Autor/in:

Poropat, Klaudija


Herausgeber/in:

Verein Ein Prozent für behinderte Kinder und Jugendliche


Quelle:

Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft, 2003, 26. Jahrgang (Heft 6), Seite 44-53, Graz: Eigenverlag, ISSN: 1561-2791


Jahr:

2003



Abstract:


Klaudija Poropat spricht über selbstbestimmtes Leben in Slowenien und ihre persönlichen Erfahrungen. Die Übersetzung lieferte Ivanka Lutar, eine in Graz arbeitende Physiotherapeutin.

Klaudija Poropat, selbst Rollstuhlfahrerin, war schon während ihres Philosophie- und Soziologiestudiums in Behindertenfragen aktiv. Mitgearbeitet hat sie am slowenischen 'manifesto of independent living', das als Broschüre erhältlich ist, und sie gründete bereits vor 10 Jahren den Verein für Theorie und Kultur von Behinderung mit. Seitdem koordiniert sie das Selbstbestimmt-Leben Projekt.

Anfangs war es nicht leicht, denn Slowenien sei ein schlecht entwickeltes Land gewesen, in dem die Menschen die auf sie zukommende Verantwortung fürchteten. So bestand zwar seit längerem das Recht auf persönliche Assistenz, doch die Möglichkeiten der Umsetzung fehlten. Erst im Jahr 1998 startete jenes Projekt, welches helfen sollte, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen um dieses selbstständig zu führen.

Beim Weg zur Assistenz ist zu beachten, dass der Assistent keinen Freundes- oder Familienersatz darstellen soll. Vielmehr geht es darum, dass Rechte und Pflichten aus diesem Projekt erfüllt werden, wobei eine freundschaftliche Beziehung zwischen Nutzer und Assistent nicht ausgeschlossen wird.

Es gibt keinerlei Ausschlusskriterien nach Art der Behinderung. Ziel ist es, mit der Assistenz ein aktives Leben führen zu können. Da das Gleichstellungsgesetz in Slowenien derzeit ausgearbeitet wird, wäre eine Involvierung der Direktfinanzierung wünschenswert. Dem Nutzer obläge somit selbst die Entscheidung, ob er Hilfsleistungen vom sozialen Dienst oder von einem persönlichen Assistenten in Anspruch nimmt.

Ein Problem sieht Klaudija Poropat bei den spezialisierten Beschäftigungseinrichtungen, denn wenn dort von Arbeitstherapie gesprochen wird, wird zumeist Arbeitsleistung verlangt und erbracht. Ebenso gibt es Schwierigkeiten im Bereich der Barrierefreiheit. Obwohl seit dem Jahr 2000 ein Gesetz besteht, das vorschreibt, dass öffentliche Gebäude barrierefrei zu gestalten sind, weisen viele vorhandenen und vor allem denkmalgeschützten Gebäude diesbezüglich gravierende Mängel auf.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


behinderte menschen - Zeitschrift für gemeinsames Leben, Lernen und Arbeiten
Homepage: https://www.behindertemenschen.at/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0069/0002E


Informationsstand: 02.03.2004

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