Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

VerGLEICHstellung in Europa: Großbritannien

Equal but different



Autor/in:

Shakespeare, Tom


Herausgeber/in:

Verein Ein Prozent für behinderte Kinder und Jugendliche


Quelle:

Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft, 2003, 26. Jahrgang (Heft 6), Seite 66-76, Graz: Eigenverlag, ISSN: 1561-2791


Jahr:

2003



Abstract:


Am 28.11.2003 hielt Tom Shakespeare die abgedruckte Rede im Rahmen der Veranstaltungsreihe 'VerGLEICHstellung' in Graz. Shakespeare ist politischer Aktivist und Künstler in Großbritannien. Er entwickelt das 'Soziale Modell von Behinderung' weiter. In seiner Arbeit und seinen Publikationen folgt er dem 'sozialen Modell von Behinderung', das Behinderung als gesellschaftlichen Phänomen begreift und es als Aufgabe sieht, gesellschaftliche Barrieren zu erkennen und zu entfernen.

Vor diesem Hintergrund stellt Shakespeare das Gleichstellungsgesetz in Großbritannien vor und beleuchtet es aus verschiedenen Perspektiven: Zunächst geht er ein auf die Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr und in öffentlichen Gebäuden. Außerdem geht er darauf ein, welche Zuschüsse für Mobilität und Assistenz gewährt werden. Er weist darauf hin, dass diese Gelder getrennt nach Pflegekomponente und Mobilitätskomponente ausgezahlt werden. Um die Selbstständigkeit von Menschen mit Behinderung zu stärken, werden nicht institutionelle Formen der Pflege im Heim gefördert, sondern das Leben im Gemeinwesen.

Zur Unterstützung erhalten die Betroffenen dazu sogenanntes 'Direct payment', das heißt, anspruchsberechtigte Personen bekommen Geld zur Eigenversorgung direkt gezahlt. Im Bereich der Bildung hat sich in den letzten Jahren eine bedeutende Änderung ergeben: wurden vormals behinderte Kinder und Jugendliche in Sondereinrichtungen unterrichtet, so wird jetzt ein integrativer Unterricht bevorzugt. In Bezug auf Arbeit und Erwerbsleben macht Shakespeare auf eine Tatsache aufmerksam, die in allen europäischen Ländern trauriger Wirklichkeit entspricht: Behinderte Menschen sind häufiger arbeitslos als nicht behinderte Menschen.

In Großbritannien sind viermal so viele Menschen mit Handicaps ohne Erwerbstätigkeit wie solche ohne Einschränkung. Für Erwerbstätige mit Behinderung ergibt sich das Problem, dass sie mit Aufnahme einer Arbeit sämtliche Unterstützung verlieren. Für Personen, die in der freien Wirtschaft keiner Tätigkeit nachgehen können, gibt es geschützte Werkstätten. Über ein Antidiskriminierungsgesetz wird versucht, die Gleichstellung im Bereich der Erwerbstätigkeit zu erreichen. Alles in allem macht Tom Shakespeare auf die vielen Fortschritte bei der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung aufmerksam. Natürlich gibt es immer noch viel zu tun, um sie in allen Bereichen des Lebens zu erreichen, doch sieht Shakespeare vor allem viele positive Entwicklungen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


behinderte menschen - Zeitschrift für gemeinsames Leben, Lernen und Arbeiten
Homepage: https://www.behindertemenschen.at/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0069/0002G


Informationsstand: 15.03.2004

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