Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Behinderung und Arbeit

Zur Bedeutung des Arbeitsbegriffs für die Berufs- und Lebensverbesserung behinderter Schüler



Autor/in:

Stadler, Hans


Herausgeber/in:

Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm)


Quelle:

Das Band, 1992, 22. Jahrgang (Heft 1), Seite 2-5, Düsseldorf: Eigenverlag, ISSN: 0170-902X


Jahr:

1992



Abstract:


Der Ausschluss vom Arbeitsleben wird von Behinderten als besonders diskriminierend erlebt. Ihnen wird - besonders bei stark ausgeprägten motorischen Beeinträchtigungen - der Zugang zu Berufsbildungswerken und damit die Chance einer grundlegenden beruflichen Bildung verwehrt. Diese ist aber Voraussetzung für die Teilnahme an der modernen Gesellschaft, welche durch Arbeitsteilung und Zusammenarbeit gekennzeichnet ist. Für Menschen mit Behinderungen gibt es oft nur einen Arbeitsmarkt, den Sonderarbeitsmarkt der Werkstätten für Behinderte, wo aber zum Beispiel die Frage der 'gerechten' Entlohnung noch ungeklärt ist.

Stadler misst der Bewertung von Arbeit für die beruflich-soziale Eingliederung Behinderter eine große Bedeutung bei. Er geht in diesem Zusammenhang auf die Entwicklung der Arbeit in der Gesellschaft ein, stellt verschiedene Arbeitsbegriffe vor und unterscheidet verschiedene Formen der Arbeit (Erwerbs-, Reproduktions-, Eigen- und ehrenamtliche Arbeit). Er beschreibt kurz das Konzept der Arbeitserziehung und den vor allem in der industriellen Arbeit an der Arbeitsleistung orientierten Arbeitsbegriff. In letzter Zeit gewinnen zunehmend soziale und ethische Aspekte (Stichwort: Humanisierung der Arbeit) an Bedeutung. Der heutige Arbeitsbegriff ist von folgenden Faktoren geprägt: feste Zeitstruktur, Ort sozialer Erfahrungen, Teilnahme an kollektiven Zielsetzungen, Beitrag zur personalen und sozialen Identität, regelmäßige Tätigkeit. Die Arbeit hat also nicht nur ökonomische Aspekte (Geld verdienen), sondern auch sinngebende und soziale Züge. Schutzgesetze und Nachteilsausgleiche alleine genügen nicht, um die Lebensperspektive junger Behinderter zu verbessern.

Abschließend wird beispielhaft ein Projekt des Berufsbildungswerkes Neuwied vorgestellt, in dem die Rehabilitation von acht Körperbehinderten ermöglicht werden soll, die bisher keine Chance zur Berufsausbildung hatten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Das Band
Homepage: https://bvkm.de/ueber-uns/unsere-magazine/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0071/361


Informationsstand: 10.04.1992

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