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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die berufliche Emanzipation blinder und sehbehinderter Menschen im deutschen Sprachraum in historischer Perspektive

Zugleich ein Beitrag zur 200-Jahr-Feier der Blindenbildung in Deutschland



Autor/in:

Bach, Heinz Willi; Bungert, Anja


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

horus, 2006, Jubiläumsausgabe, 68. Jahrgang (Heft 4), Seite 12-26, Marburg: DVBS, ISSN: 0724-7389


Jahr:

2006



Abstract:


Es ist immer noch nicht gesellschaftliches Allgemeingut, welche beruflichen Tätigkeiten durch blinde oder sehbehinderte Menschen ausgeübt werden können, wie sich blinde und sehbehinderte Menschen immer umfangreicheren Perspektiven erkämpft und sich auf diese Weise beruflich und gesellschaftlich emanzipiert haben.

Im Jahre 2006 begehen Blindenselbsthilfe, die Einrichtungen der Blindenpädagogik und viele Institutionen des Blinden- und Sehbehindertenwesens wichtige Jahrestage: vor 200 Jahren begann in Berlin die systematische Blindenbildung in Deutschland, vor 150 Jahren wurde in Stuttgart die Nikolauspflege gegründet und die Deutsche Blindenstudienanstalt in Marburg und der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. begehen ihr 90-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass wird die historische Entwicklung der Bildung und der beruflichen Möglichkeiten sehgeschädigter Menschen nachgezeichnet.

Die Entwicklungsschritte stehen unter folgenden Überschriften:
- Vom Almosen zur Fürsorge,
- Anfänge der Blindenbildung,
- Die Entwicklung der Brailleschrift,
- Die Idee integrativer Beschulung,
- Spezielle Sehbehindertenbildung,
- Entstehung beruflicher Möglichkeiten,
- Kriegsblindenbetreuung nach dem Ersten Weltkrieg,
- Das Dritte Reich (in diesem Abschnitt wird darauf eingegangen, dass auch blinde und sehbehinderte Menschen in Folge des Gesetzes zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses zu Opfern von Euthanasie und Sterilisation wurden.),
- Überblick über die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg,
- Zur gegenwärtigen beruflichen Situation und Beschäftigungssituation.

Der letzte Teil des Beitrages gibt einen Überblick über die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg und zieht ein Fazit der gegenwärtigen beruflichen und Beschäftigungssituation. Bis in die 1970er Jahre war die Entwicklung gekennzeichnet durch eine stetige Verbesserung der Beschäftigungslage blinder und sehbehinderter Menschen, wozu sowohl die Entwicklung technischer Hilfsmittel als auch der allgemeine Arbeitskräftemangel beitrugen.

Die derzeit wichtigsten Berufsfelder für Blinde und Sehbedinderte (Telekommunikation, Physiotherapie, Schreibberufe sowie Industrie und Handwerk) sind einem Strukturwandel unterworfen. Der mit dem Umschwung von einer Arbeitskräfteknappheit zu Arbeitsplatzmangel im Verbund mit Massenarbeitslosigkeit zu beobachtende Trend zu höherer Qualifikation betrifft auch die Blinden und Sehbehinderten und führt im industriellen und Handwerksbereich zu einer Renaissance der Blindenwerkstatt in Deutschland.

Aus aktuellen Daten aus dem Jahr 2004 zum Erwerbsstatus blinder Personen im erwerbsfähigen Alter und die Aufgliederung blinder Erwerbspersonen nach Berufsbereichen wird geschlossen, dass heute mehr denn je die berufliche Integration immer weiter und immer erneut erkämpft werden muss.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


horus - Marburger Beiträge
Homepage: https://www.dvbs-online.de/index.php/publikationen/horus

Die Fachzeitschrift erscheint viermal jährlich in Schwarzschrift, Blindenschrift und als 'horus digital' auf CD.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0073/0036


Informationsstand: 25.08.2006

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