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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Innovative Wege in der Hilfsmittelversorgung


Autor/in:

Richter, Michael


Herausgeber/in:

Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS); Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista)


Quelle:

horus, 2006, 68. Jahrgang (Heft 6), Seite 268-269, Marburg: DVBS, ISSN: 0724-7389


Jahr:

2006



Abstract:


Michael Richter beginnt die Ausführungen über die konkrete Versorgungssituation blinder und hochgradig sehbehinderter Menschen mit der Einführung einiger maßgeblicher Rahmenparameter, die die Versorgungslage seiner Meinung nach zukünftig wohl beeinflussen werden oder es gar schon tun.

Zum einen bestehe ein anhaltender Druck aufseiten der gesetzlichen Krankenkassen, die Kosten für diesen Bereich nicht in nennenswertem Umfang steigen zu lassen. Zum anderen wird der grundsätzlich anspruchsberechtigte Personenkreis aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland und wegen des höheren Augenerkrankungsrisikos für ältere Menschen eher größer als kleiner werden. Zudem werde die technische Entwicklung die Hilfsmittelversorgung tendenziell eher teurer als günstiger machen.

Aufgrund dieser Punkte könne die Frage nach der zukünftigen Hilfsmittel- und Reha-Versorgung durch die gesetzlichen Krankenkassen nur mit einer Anspruchsbegrenzung beantwortet werden. Bei genauerer Betrachtung könne sich jedoch ein anderes Bild ergeben. Speziell bei einer entsprechenden Veränderung des Leistungsmanagements und der Schaffung einiger dafür notwendiger Instrumente.

Der Autor zeigt anhand von Beispielen aus der Hilfsmittel- und der Sehhilfenversorgung die derzeitigen Defizite auf. Zum einen reiche bei den oft sehr speziell notwendigen Sehhilfen für sehbehinderte Menschen nur in wenigen Fällen die Pauschale für eine Grundversorgung aus. Zum anderen könnten Kosten eingespart werden, wenn immer die sachlich richtige Ausstattung erfolgen würde. Grundvoraussetzung dabei sei jedoch die richtige Beratung durch den verordnenden Arzt oder durch den anpassenden Optiker. Die derzeitige Praxis führe also weniger zu einer Unterversorgung, sondern häufiger zu einer Fehlversorgung.

Ein Lösungsansatz zur Qualitätssicherung bei der Versorgung sehbehinderter und blinder Menschen sei zum Beispiel eine fachmännisch durchgeführte Bedarfsanalyse vor jeder medizinischen Verordnung. Des Weiteren könne aufseiten der gesetzlichen Krankenkassen eine kompetente Kontrollinstanz geschaffen werden. Zudem sollten Gegenstände des täglichen Gebrauchs als Hilfsmittel eingesetzt werden können, wenn sie mindestens genauso wirksam zum Ausgleich der behinderungsspezifischen Folgen beitragen können wie speziell konzipierte Hilfsmittel, jedoch kostengünstiger sind.

Durch derartige Maßnahmen müsse die Kostenbelastung der gesetzlichen Krankenkassen nicht zwangsläufig steigen. Auch die bessere Benutzbarkeit von alltäglichen Gebrauchsgegenständen mache Hilfsmittel auf vielen Gebieten überflüssig oder könne sie gar ersetzen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


horus - Marburger Beiträge
Homepage: https://www.dvbs-online.de/index.php/publikationen/horus

Die Fachzeitschrift erscheint viermal jährlich in Schwarzschrift, Blindenschrift und als 'horus digital' auf CD.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0073/6042


Informationsstand: 09.05.2007

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