Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gender Mainstreaming

Ein Leitprinzip und sein langer Marsch durch die Institutionen



Autor/in:

Hartmann, Renate


Herausgeber/in:

LERNEN FÖRDERN - Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Lernbehinderungen e.V.


Quelle:

Lernen fördern, 2005, 25. Jahrgang (Heft 4), Seite 4-5, Stuttgart: Eigenverlag, ISSN: 0720-8316


Jahr:

2005



Abstract:


Gender Mainstreaming bedeutet: gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen von Frauen und Männern zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen zu machen.

Im Folgenden geht Renate Hartmann auf die rechtlichen Grundlagen ein und zeigt, was dies für Menschen mit Behinderung bedeutet.

Seit Mai 1999 ist dieser Leitgedanke für alle EU-Mitgliedsstaaten rechtlich verbindlich. Im zweiten Artikel des Amsterdamer Vertrags steht geschrieben, dass es Aufgabe der Gemeinschaft ist, durch die Schaffung eines gemeinsamen Marktes und der Durchführung verschiedener Maßnahmen die Gleichstellung zu fördern. In Artikel drei heißt es, die Gleichstellung sei nicht durch die Durchführung von Sondermaßnahmen zu erreichen, sondern durch die aktive und erkennbare Integration der Frauen und Männer gleichermaßen in sämtliche Konzepte und Maßnahmen.

Auch das deutsche Bundeskabinett beschloss 1999 die Gleichstellung als Leitprinzip ihrer Handlungsfelder aufzunehmen und folgt dem Auftrag des Artikels 3 Absatz 2 GG, der ergänzt wurde mit dem Satz: Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

Die unterschiedlichen Lebensverhältnisse finden sich in allen Bereichen des öffentlichen Lebens wieder. Durch die Bemühung um die Gleichstellung von Frauen ergeben sich tendenziell Nachteile für Männer. Dies zeigt sich auch in der Finanzierung von Förderprogrammen. Gefördert werden vor allem Projekte, die die Gender Perspektive, den Blick auf die Differenzierung beider Geschlechter und dadurch entstehende Benachteiligung gerichten, berücksichtigen.

Bei Kindern mit einer Lernbehinderung ist eine Benachteiligung der Mädchen nicht eindeutig zu erkennen. So sind an Förderschulen deutlich mehr Mädchen als Jungen und erbringen bessere Leistungen. Auch die Zahl der Schulabbrecher ist bei Jungen deutlich höher als bei Mädchen. Mädchen hingegen sind weniger erfolgreich bei der Konkurrenz um Ausbildungs- oder Arbeitsplätze, können ihren Leistungsvorteil schlechter nutzen.

Die Fragen nach den Faktoren, welche die Lernbehinderung begünstigen, haben verschiedene Ansätze. Die Leitidee des Gender-Mainstreaming liegt allerding nur darin, einzelne Aspekte zu bündeln und in eine Strategie zur Vorbeugung und Förderung von Jungen und Mädchen mit Lernbehinderung einzubinden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


LERNEN FÖRDERN
Homepage: https://lernen-foerdern.de/publikationen/zeitschrift/

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Referenznummer:

R/ZS0077/0001


Informationsstand: 24.01.2006

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