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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Lernbehinderung

Personenkreis, Erscheinungsformen und Ursache



Autor/in:

Kanter, Gustav Otto


Herausgeber/in:

LERNEN FÖRDERN - Bundesverband zur Förderung Lernbehinderter e.V.


Quelle:

Lernen fördern, 1995, 15. Jahrgang (Heft 3), Seite 8-9, Köln: Eigenverlag, ISSN: 0720-8316


Jahr:

1995



Abstract:


Beim Besuch der Allgemeinen Schule zeigt es sich immer wieder, dass einige Schüler den üblichen Lernanforderungen des Unterrichts nicht gewachsen sind, ohne dass man als Ursache für diese Schwierigkeiten bei ihnen etwa Sinnes-, Körper- oder Sprachschäden feststellen kann oder dass sie etwa geistig behindert wären. Diese Gruppe von Kindern und Jugendlichen wird als schulisch lernbehindert bezeichnet.

Für die lernbehinderten Kinder und Jugendlichen besteht nach Kanter ein besonderer Förderungsbedarf, der von den Allgemeinen Schulen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in der Regel nicht erbracht werden kann. Die Erscheinungsformen und Ursachen der Lernbeeinträchtigung sind sehr vielseitig und verlangen differenziertes, auf jeden Schüler im Einzelnen abgestimmtes pädagogisches Handeln.

Aufgabe der Sonderpädagogik an dieser Stelle ist, Schüler mit erheblichen Lernschwierigkeiten pädagogisch so zu fördern, dass sie ihre Kräfte und Fähigkeiten voll entfalten sowie in Beruf, Freizeit und Gesellschaft bestehen können. Die pädagogischen Fördermaßnahmen können dabei in einer besonderen Schule (Schule für Lernbehinderte, Förderschule) oder Klasse, aber auch integriert in den Unterricht der Allgemeinen Schule (Integrationsklasse) erfolgen.

Die Ansätze der pädagogischen Förderung zielen dabei in zwei Richtungen:
- Zunächst muss erreicht werden, dass die Schüler von Versagensangst entlastet und zum Lernen motiviert werden. Selbstvertrauen, Kontaktbereitschaft und Lebensfreude des Kindes müssen entfaltet und schulisches Lern- und Leistungsinteresse geweckt werden. Dazu bedarf es der sorgfältigen Beobachtung jedes Kindes, des Eingehens auf seine spezifischen Probleme und der Auslotung seiner Schwierigkeiten und Möglichkeiten, ein Prozess, der sich nicht in einer einmaligen Bestandsaufnahme erschöpft, sondern kontinuierlich die Förderbemühungen begleiten muss (Förderdiagnostik).

- Im Weiteren sind dann diejenigen Verhaltensweisen im Sozial- und Leistungsbereich zu entwickeln, die es dem jungen Menschen ermöglichen, sein Leben selbst zu gestalten und seine Existenz zu sichern. Einüben sozialen Umgangs sowie Hinführung zu eigener Erfahrung sind dazu ebenso erforderlich wie die gezielte und individuell abgestimmte Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


LERNEN FÖRDERN
Homepage: https://lernen-foerdern.de/publikationen/zeitschrift/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0077/1403


Informationsstand: 15.03.1996

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