Inhalt

Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Evidenzbasierte Begutachtung psychiatrischer Erkrankungen - Risikofaktoren für Leistungseinschränkungen


Autor/in:

Stadtland, Cornelius


Herausgeber/in:

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV); Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV)


Quelle:

Versicherungsmedizin, 2010, 62. Jahrgang (Heft 4), Seite 168-171, Karlsruhe: Verlag Versicherungswirtschaft, ISSN: 0933-4548


Jahr:

2010



Abstract:


Psychiatrische Erkrankungen können zu erheblichen Leistungseinschränkungen führen und sind in Deutschland die Ursache von mehr als einem Drittel aller frühzeitigen Berentungen. Erstaunlicherweise sind Risikovariablen für die Einschränkungen bisher kaum systematisch evaluiert worden.

In dieser Arbeit wird ein Großteil der in der Literatur beschriebenen Risikovariablen für Leistungseinschränkungen mit einem neu entwickelten strukturierten Dokumentationsmodul prospektiv untersucht.

Die psychiatrischen Begutachtungsergebnisse von 223 Probanden, welche mit psychiatrischen Problemen und dem Wunsch nach Berentung zur Begutachtung kamen, wurden über einen 4-Jahreszeitraum ausgewertet. Bei 95 (42,6 Prozent) der Probanden fanden die Gutachter keine Leistungseinschränkung, 125 (57,4 Prozent) wurden als leistungseingeschränkt beurteilt.

Von 71 teilweise zusammengefassten Variablen korrelierten 19 Variablen signifikant mit der gutachterlichen Feststellung verminderter oder aufgehobener Leistungsfähigkeit. Diese Variablen wurden aufgrund sachlogischer Überlegungen zu acht gemeinsamen Variablen zusammengefasst. Nach einer Regressionsanalyse der acht Variablen verblieben zwei signifikante Variablen, welche das Begutachtungsergebnis näherungsweise vorhersagten: 'Soziale Aktivitäten' der Probanden und die 'Einschätzung der eigenen Gesundheit' durch die Probanden selber. Der Anteil der Varianzerklärung der abhängigen Variable durch die unabhängigen Variablen (Nagelkerkes R hoch 2) betrug 22 Prozent.

In der ersten Auswertung war bemerkenswert, dass die allermeisten der in der nationalen und internationalen Literatur aufgeführten Variablen keine oder nur eine sehr geringe prädikative Validität zeigten. Allerdings konnte mit den gefundenen Variablen das Begutachtungsergebnis relativ genau vorhergesagt werden.

Die zukünftige Forschung sollte deshalb versuchen, Personen mit hohem Risiko für sich entwickelnde Leistungseinschränkungen frühzeitig zu identifizieren. Die therapeutische Beeinflussung empirisch validierter Risikovariablen wird dabei eine wesentliche zukünftige Aufgabe sein.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Evidence-based expert testimonies on psychiatric disorders - Risk factors for invalidity


Abstract:


Psychiatric symptoms often lead to a claim for disability pension. Surprisingly, there is very little empirical data available on which variables may predict permanent job disability. A new empirically based risk assessment instrument was developed to predict the final pension outcome.

This study used prospective data over a 4-year period to examine the variables on the assessment instrument and the final outcome. Data of 223 subjects with psychiatric complaints were assessed at the time of evaluation for an invalidity pension claim. 95 (42.6 percent) of them were without a reduction of capability, 128 (57.4 percent) had a reduction of capability.

Eight variables assessed at the initial psychiatric evaluation correlated significantly with the subsequent expert testimony. After applying a logistic regression (maximum likelihood estimation) 2 variables assessed at the initial psychiatric evaluation were found which correlated significantly with the expert testimony. These variables were the resumption of social activities and self-estimation of the subject's health and capability. The proportion of response variation explained by the regressors (Nagelkerkes R 2) was 22 percent.

Further research should aim to differentiate subjects with 'high risks' from those with a better prognosis, with respect to future disability pensioning. One major task facing disability adjudicators is to separate those who have a legitimate disability claim from those who should be recommended for more intensive treatment modalities in order to successfully prevent permanent job disability.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Versicherungsmedizin
Homepage: https://www.vvw.de/index.php?parent=260&idcat=266&namesub=Ze...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0083/0010


Informationsstand: 11.01.2011

in Literatur blättern