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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Statement der BAG:WfbM zu den Anforderungen durch neue Personenkreise in WfbM

Antworten auf die Leitfragen der Bundesvereinigung Lebenshilfe anlässlich der Tagung zu den neuen Personenkreisen in WfbM am 20. und 21. Juni 2006 in Marburg



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.


Quelle:

Fachdienst der Lebenshilfe, 2006, Nummer 3, Seite 24-26, Marburg: Lebenshilfe-Verlag, ISSN: 0944-825X


Jahr:

2006



Abstract:


Der Artikel befasst sich mit den Leitfragen der Bundesvereinigung Lebenshilfe anlässlich der Tagung zu den neuen Personenkreisen in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) am 20. und 21. Juni 2006 in Marburg) und liefert Antworten zu den wichtigsten Themen.

Die erste Frage beschäftigt sich mit der Position, welche die BAG:WfbM in Bezug zur Aufnahme von Menschen mit einer Lernbehinderung vertritt. Die WfbM nimmt diejenigen behinderten Menschen auf, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können (§ 136 SGB IX). Das SGB III macht keine weiteren Einschränkungen. Somit können im Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich der Werkstatt auch Menschen mit einer Lernbehinderung gefördert werden.

In der Werkstattpraxis wird festgestellt, dass bei Menschen mit der vordergründiger Behinderungseinstufung Lernbehinderung tatsächlich verschiedene weitere Beeinträchtigungen hinzukommen. Diese führen letztlich zu einem Gesamtbild, das den Grad der Behinderung ausmacht.

Die Erfahrungen der Werkstätten zeigen, dass unter diesem Gesichtspunkt der weitergehende Beeinträchtigungen häufig Menschen mit so genannten auffälligen oder herausfordernden Verhaltensweisen die Aufnahmeberechtigung erhalten. Die Kompetenzminderung zeigt sich durch eine Vielzahl von kognitiven, sozialen und emotionalen Einschränkungen.

Weiterhin wird verstärkt die Erfahrung gemacht, dass Menschen mit im Vordergrund stehender Lernbehinderung eine Suchterkrankung mitbringen. Dies führt ebenfalls zu einer Nicht-Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt und damit zum Anspruch auf einen Platz in der WfbM.

Auf die Frage, wie die Aufnahmezahlen diesbezüglich in Werkstätten denn aussehen und ob es regionale Unterschiede gebe, erklärte die BAG:WfbM, dass keine abgegrenzten Zahlen zu diesen neuen Personenkreisen vorliegen würden, es jedoch regionale Unterschiede geben würde. Grundsätzlich wären aber den allermeisten Werkstätten die Anforderungen durch diese neuen Personenkreise inzwischen bekannt.

Abschließend wurde auf die Fragen eingegangen, welche Angebote diesem Personenkreis denn vorgehalten werden sollten und welche Rahmenbedingungen es aus der Sicht der BAG:WfbM brauche, um dem Personenkreis gerecht werden zu können.

Da die Integration in die Gemeinschaft der Werkstatt erheblich erschwert und infolgedessen die Fachkräfte in ihrer Arbeit überfordert seien, ergebe sich ein veränderter Rehabedarf. Dieser mache andere Formen der Beschäftigung, der beruflichen Bildung und der Begleitung notwendig. Der Kernbedarf bestehe in der beruflichen Bildung in der Erarbeitung von Sozial- und Individualkompetenzen und somit in der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen. Ebenso würden auch für den organisatorischen und gegebenenfalls rechtlichen Begleitrahmen andere beziehungsweise weitergehende Erfordernisse entstehen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Das Erscheinen des Fachdienstes wurde mit der Nummer 4/2008 eingestellt.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0089/2379


Informationsstand: 22.09.2006

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