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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Hilfe zur Hilfeplanung

HIP: Ein Instrument zur barrierefreien Beratung von Menschen mit Behinderung



Autor/in:

Kinnen, Kerstin; Selbach, Patric


Herausgeber/in:

Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.


Quelle:

Fachdienst der Lebenshilfe, 2008, Nummer 3, Seite 7-10, Marburg: Lebenshilfe-Verlag, ISSN: 0944-825X


Jahr:

2008



Abstract:


Seit 2003 gibt es im Rheinland den Individuellen Hilfeplan (IHP), ein Instrument des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), der als überörtlicher Kostenträger für ambulante und stationäre Wohnhilfe zuständig ist. Mit dem IHP wird der individuelle Unterstützungsbedarf eines Menschen in verschiedenen Lebensbereichen erhoben. Anhand der Beschreibung von Ressourcen und Fähigkeiten sowie vorrangigen Problemen wird die aktuelle Lebenssituation dargestellt und Ziele erarbeitet. In der Regel wird der IHP einmal pro Jahr aktualisiert.

Der IHP ist des Weiteren auch ein Lebensplanungsinstrument, das die Bedürfnisse des Antragstellers in den Vordergrund rückt. Die benötigten Hilfen und Ziele werden im Dialog mit dem Menschen mit Behinderung beantragt beziehungsweise festgelegt. In der Praxis gelingt der Dialog jedoch nicht immer, da der Personenkreis der Antragsteller sehr heterogen ist und der IHP einige Barrieren aufweist. Eine Barriere ist beispielsweise, dass der IHP auf Verbalsprache basiert.

Ziel des Projekts ist es, eine individuelle Hilfeplanung im Dialog mit der heterogenen Gruppe der Antragsteller zu ermöglichen. Erreicht werden soll dies durch die Übersetzung des IHP-Bogens in einfacher Sprache, ergänzende Materialien, eine Broschüre und ein Beraterhandbuch.

Mit dem HIP-Projekt sollen nun Möglichkeiten aufgezeigt und gefunden werden, wie der Dialog gestaltet werden kann. Es entstand als ein kooperatives und multiprofessionelles Projekt und setzt sich unter anderem aus Mitarbeitern der Koordinierung-, Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung (KoKoBe) sowie Mitarbeitern und Studenten der heilpädagogischen Fakultät der Universität Köln zusammen.

HIP enthält verschiedene Materialien, um den Individuellen Hilfeplan nutzbar zu machen. Die Basis für die Arbeit der Hilfeplanung und den Dialog ist das Verständnis über den Inhalt und die Funktion des Hilfeplans. Außerdem sind die Lebensbereiche Arbeit und Beschäftigung, Freizeit, Soziale Kontakte und Sonstiges erhalten geblieben und in Ordnern abgebildet. Sie enthalten Fragen- und Bildkataloge zu den Lebensbereichen. Die Fragen sind in drei Systematiken unterteilt. So gibt es am Anfang jedes Themenbereichs offene Fragen mit beispielhaften Antworten und Visualisierungen.

Die Antwortsymbole und Ordnerseite sind mit Klettstreifen versehen, so dass sie individuell nutzbar sind. Fragen nach den Kompetenzen und dem Hilfebereich sind im Hauptteil enthalten. Die Fragen sind alle ähnlich formuliert und können wiederum durch Anheften von Antwortsymbolen beantwortet werden. Abschließend gibt es am Ende jedes Themenbereichs Fragen nach der Zufriedenheit und nach eventuellen Veränderungswünschen.

Zusätzlich wurde haptisches Material zum besseren Verständnis ausgesucht. Besonders der Einsatz dieses Materials bedarf der individuellen Anpassung an den Antragsteller. Abschließend bemerken die Autoren, dass HIP sich nicht als Patentrezept verstehe, sondern als Anfang eines Prozesses zu sehen sei, der sich in ständiger Entwicklung befindet. Aus diesem Grund kommt der Erprobung des HIP-Koffers in der Praxis eine entscheidende Bedeutung zu. Auf Basis der Ergebnisse wird dann entschieden, welche Modifikationen die Materialien benötigen, so dass der Koffer nuterzorientiert angepasst werden kann.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Das Erscheinen des Fachdienstes wurde mit der Nummer 4/2008 eingestellt.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0089/6829


Informationsstand: 24.10.2008

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