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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Misere auf dem Arbeitsmarkt hält weiter an

Job-Suche für Schwerbehinderte ist zu kompliziert und oft erfolglos



Autor/in:

Dahesch, Keyvan


Herausgeber/in:

Sozialverband VdK Deutschland e.V.


Quelle:

Sozialrecht und Praxis, 2007, 17. Jahrgang (Heft 2), Seite 96-98, Bonn: Eigenverlag, ISSN: 0939-401


Jahr:

2007



Abstract:


In Frankfurt am Main und Umgebung sind derzeit etwa 2600 Menschen mit Behinderung arbeitslos. Von diesen ist die Bundesagentur für Arbeit (BA) für etwa 700 direkt zuständig, 1200 Menschen liegen im Zuständigkeitsbereich der Arbeitsgemeinschaften (ARGEN) und die restlichen 700 wohnen in Optionskommunen, die die Betreuung und Vermittlung in alleiniger Verantwortung erledigen. Diese unübersichtliche Zuständigkeit macht eine rasche und wirksame Hilfe fast unmöglich.

Beispielsweise scheiterte nach der Hartz-Reform 2005 die Einstellung einer promovierten blinden Politologin als Universitätsdozentin. Der Kreis und die Stadt Marburg gehören zu den Optionskommunen, die sich alleine um die Arbeitslosengeld (ALG)-II-Bezieher kümmern. Die Universität wollte die Anschubfinanzierung der Dozentenstelle über die EU-Kommission und die Bundesagentur für Arbeit organisieren. 70 Prozent des Gehaltes sagte die Europäische Union aus ihrem Programm Equal zu, den Rest sollte die Bundesagentur für Arbeit aus der Ausgleichsabgabe zuschießen. Dies darf sie, solange § 104 SGB IX nicht geändert ist, aber wiederum nur bei Maßnahmen, an denen sie beteiligt ist. In den Optionskommunen ist dies allerings nicht der Fall.

Ausgleichsabgaben müssen Arbeitgeber mit 20 und mehr Beschäftigten an die Integrationsämter zahlen, wenn nicht mindestens fünf Prozent der Stellen mit schwer behinderten Menschen besetzt sind. Die Integrationsämter führen 30 Prozent der Abgaben an die Bundesagentur für Arbeit ab. Mit den restlichen 70 Prozent werden Hilfsmittel und Assistenzkräfte bezahlt. 2005 wurden etwa 540 Millionen Euro Ausgleichsabgaben gezahlt.

Da behinderte Menschen während der Schule und Ausbildung mit Eingliederungshilfe unterstützt werden, sind sie bei der Arbeitssuche Arbeitslosengeld II-Empfänger. Leben sie in Optionskommunen, können ihnen die Job-Center oder Arbeitsgemeinschaften helfen. Vor Hartz IV war die Bundesagentur für Arbeit Anlaufstelle für Arbeitslose, heute hingegen müssen sie sich selbst die zuständige Institution suchen.

Während die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen vor Hartz IV bei 164.000 lag, waren bei der Erhebung im November etwa 167.000 arbeitslos. Problematisch ist, dass bei Arbeitslosengeld I Empfängern bereits bei der Vorstellung eine Zusage zur Kostenübernahme für Hilfe gemacht werden kann, bei Arbeitslosengeld II Empfängern hingegen muss die Wohnort-Verwaltung gefragt werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Sozialrecht + Praxis - Fachzeitschrift für Sozialpolitiker und Schwerbehindertenvertreter
Homepage: https://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/6320/sozialrecht...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0102/6089


Informationsstand: 28.03.2007

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