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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das Gesetz zur Einführung Unterstützter Beschäftigung

Sozialversicherungspflichtige Arbeit für Menschen mit Behinderungen



Autor/in:

Adlhoch, Ulrich


Herausgeber/in:

Sozialverband VdK Deutschland e.V.


Quelle:

Sozialrecht und Praxis, 2009, 19. Jahrgang (Heft 3), Seite 143-151, Bonn: Eigenverlag, ISSN: 0939-401


Jahr:

2009



Abstract:


Zum 1. Januar ist mit der Unterstützten Beschäftigung ein neuer Fördertatbestand ins SGB IX aufgenommen worden. Damit soll behinderten Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf, insbesondere Abgängerinnen und Abgängern von Förderschulen, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht werden.

Die Unterstützte Beschäftigung gliedert sich in zwei Fördertatbestände, in die individuelle berufliche Qualifizierung sowie die Berufsbegleitung. Die individuelle berufliche Qualifizierung dauert in der Regel bis zu zwei Jahre, eine Verlängerung um ein Jahr ist möglich. Die Zeiten der individuellen betrieblichen Qualifizierung werden hälftig auf die Dauer des Berufsbildungsbereichs der Behindertenwerkstätten angerechnet, falls sich im Einzelfall doch ein Wechsel in die Werkstatt als nötig erweist.

Zuständige Leistungsträger sind für die individuelle berufliche Qualifizierung die Rehabilitationsträger, vor allem die Agenturen für Arbeit, für die Berufsbegleitung die Integrationsämter. Die Maßnahmen der Unterstützten Beschäftigung sind regional nach Vergaberecht ausgeschrieben worden. Potenzielle Leistungserbringer sind insbesondere, da ausdrücklich im Gesetz erwähnt, die Integrationsfachdienste.

Behinderte Menschen aus der Zielgruppe haben Rechtsansprüche auf eine Unterstützte Beschäftigung sowohl gegen die Rehabilitationsträger wie auch gegen die Integrationsämter. Die Leistungen können auch in Form eines Persönlichen Budgets beansprucht werden. Während der individuellen betrieblichen Qualifizierung sind die Teilnehmenden, mit Ausnahme der Arbeitslosenversicherung, sozialversichert.

Für die Eingliederungshilfe sind durch die Unterstützte Beschäftigung infolge der Vermeidung einer Aufnahme in eine Werkstatt für behinderte Menschen Einsparungen zu erwarten. Die Integrationsämter werden kontinuierlich steigend finanziell im Bereich der Ausgleichsabgabe mit Leistungen belastet. Als Kompensation sieht der Gesetzentwurf eine verringerte Abführung der Mittel der Ausgleichsabgabe der Integrationsämter an den Ausgleichsfonds beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales vor.

Die neue Förderung ist zu begrüßen. Es bestehen allerdings Bedenken wegen der, im Schwerbehindertenrecht systemwidrigen, Ausgestaltung der Berufsbegleitung im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung als Rechtsanspruch gegen das Integrationsamt, der möglicherweise unzureichenden finanziellen Kompensation für die Integrationsämter und der Vergabe der Leistungen im Rahmen von Ausschreibungen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Sozialrecht + Praxis - Fachzeitschrift für Sozialpolitiker und Schwerbehindertenvertreter
Homepage: https://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/6320/sozialrecht...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0102/7067


Informationsstand: 06.05.2009

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