Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Menschen mit Behinderung in der Arbeitswelt

Weit entfernt von gleichberechtigter Teilhabe am Arbeitsleben



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Sozialverband VdK Deutschland e.V.


Quelle:

Sozialrecht und Praxis, 2009, 19. Jahrgang (Heft 4), Seite 219-226, Bonn: Eigenverlag, ISSN: 0939-401


Jahr:

2009



Abstract:


Für Menschen mit Behinderung ist die Integration in das Erwerbsleben eine wichtige Voraussetzung, um am Leben in der Gesellschaft teilzunehmen. Aus diesem Grund soll die Erwerbsfähigkeit behinderter Menschen laut Gesetz hergestellt werden. Im Januar 2008 waren 160.904 schwerbehinderte Menschen arbeitslos.

Die Zahlen sind zwischen 2007 und 2008 leicht rückläufig gewesen, allerdings hat die Zahl schwerbehinderter Arbeitsloser ab Dezember 2008 wieder zugenommen. Insgesamt sind schwerbehinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt und ihre Arbeitslosenquote liegt seit Jahren deutlich über der allgemeinen Arbeitslosenquote.

In dem Artikel wird deutlich gemacht, dass durch die gute konjunkturelle Lage und der damit sinkenden Arbeitslosigkeit sowie dem Einsatz von Maßnahmen die Integration von schwerbehinderten Menschen in den Arbeitsmarkt gesteigert werden konnte, bis der Umschwung im Dezember 2008 erfolgte. Allerdings sei die sinkende Arbeitslosigkeit kritisch zu bewerten, da ein großer Teil auf Ein-Euro-Jobs, die nicht dazu beitragen, in Beschäftigung zu vermitteln, zurückzuführen sei.

Um die Integration schwerbehinderter Menschen in das Erwerbsleben zu fördern, hat der Gesetzgeber eine Pflichtquote zur Bechäftigung von schwerbehinderter Menschen von fünf Prozent festgelegt. Im Jahr 2006 lag die Ist-Quote jedoch nur bei 4,3 Prozent. Obwohl die Quote in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen ist, wurde sie bisher noch nie erfüllt.

Auch wenn für schwerbehinderte Menschen ein besonderer Kündigungsschutz gilt, sind Kündigungen aufgrund von Krankheit und Behinderung möglich. Betroffene berichten hinsichtlich der Betreuung durch die Arbeitsagenturen eine Verschlechterung seit der Einführung von Hartz IV. Mittlerweile gebe es nur noch Call-Center, deren Mitarbeiter nicht speziell auf die Bedürfnisse behinderter Menschen vorbereitet seien. Bedenklich sei der Trend zu kurzfristigen statt nachhaltigen Maßnahmen, der sich auch in der seit der Einführung von Hartz IV gesunkenen Zahl von Rehabilitanden widerspiegelt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert, dass gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention niemand von einer gleichberechtigten Teilhabe am Arbeitsleben ausgeschlossen werden darf. Bis zur Umsetzung dieser Chancengleichheit sei es jedoch noch ein langer Weg. Hierzu müsse das separierende System der Förderschulen abgeschafft werden, das Prinzip Ausbildung vor Beschäftigung sowie Ausbildung statt Ein-Euro-Job gelten und die Betreuung von Menschen mit Behinderung bei den Argen verbessert werden. Zudem sollte mehr betriebliches Eingliederungsmanagement praktiziert, mehr Teilhabe ermöglicht, prekäre Beschäftigung zurückgedrängt und auf die Rente mit 67 verzichtet werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Sozialrecht + Praxis - Fachzeitschrift für Sozialpolitiker und Schwerbehindertenvertreter
Homepage: https://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/6320/sozialrecht...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0102/7099


Informationsstand: 10.06.2009

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