Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Neue Nachbarn: Geistig Behinderte finden Wege aus der Anstalt in die Selbstständigkeit


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR)


Quelle:

Pulheim: Rheinland Kultur GmbH, 1991, 109 Seiten: 15 Abb.


Jahr:

1991



Abstract:


Früher waren bis zu einem Viertel der Patienten psychiatrischer Krankenhäuser geistig behindert. Zwar konnte ihre Beeinträchtigung nicht durch ärztliche Therapie 'geheilt' werden, dennoch war es seit über 100 Jahren in Deutschland üblich, schwer geistig Behinderte zusammen mit seelisch Kranken in psychiatrischen Kliniken unterzubringen.

Auch in den Großkrankenhäusern des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) gab es die Behinderten-Stationen: Diese Patienten wurden dort gepflegt, sie hatten aber kaum eine Chance, noch einmal außerhalb der Klinik leben zu können.

1974 prangerte die Psychiatrie-Enquete der Bundesregierung die stationäre Unterbringung als Missstand an. Damals stieß der Beschluss der LVR, die Behinderten aus den Kliniken auszugliedern, bundesweit auf Skepsis. Heute haben sich Erfolge eingestellt, an die nicht einmal die verantwortlichen Fachleute zu glauben gewagt hätten. Rund 2.000 schwerbehinderte Erwachsene haben in den acht Rheinischen Heimen unter psychologischer oder pädagogischer Leitung solche Fortschritte gemacht, dass sie fast alle einer geregelten Arbeit nachgehen, in ihrer Freizeit an Aktivitäten teilnehmen und neue Kontakte knüpfen. Jeder vierte lebt bereits in einer Außenwohngruppe bei weitgehend eigenständiger Lebensgestaltung in normaler Wohnumgebung.

Den Weg der Behinderten aus Einsamkeit, Passivität und Unselbstständigkeit in ein neues, erfülltes Leben schildert das Buch Neue Nachbarn. Der Rheinland-Verlag des Landschaftsverbandes legt damit die erste umfassende Darstellung des Modells Heilpädagogische Heime vor. Der Entstehungsgeschichte dieser Pionier-Einrichtungen folgen Schilderungen aus der Praxis.

Das Buch richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Behindertenpädagogik, an Hochschulen, Fachschulen und Fort- und Weiterbildungsstätten sowie an Angehörige der Betroffenen und alle, die an den neuen Entwicklungen zur gesellschaftlichen Eingliederung Behinderter interessiert sind.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie




Bezugsmöglichkeit:


Rheinland Kultur GmbH
Abtei Brauweiler
Homepage: https://www.rheinlandkultur.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0103/552


Informationsstand: 25.02.1992

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