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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Multiple Sklerose und Schwerbehinderung - Tipps für das Feststellungsverfahren

Teil 1



Autor/in:

Moldenhauer, Marianne


Herausgeber/in:

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG)


Quelle:

AKTIV, 2009, Nummer 222 (Heft 1), Seite 24-25, Lautertal-Beedenkirchen: Gerhards, ISSN: 0949-622X


Jahr:

2009



Abstract:


Ein Feststellungsantrag hilft bei der Feststellung einer Behinderung und gibt Aufschluss über die Höhe des Grades der Behinderung. Die Rechtsanwältin Marianne Moldenhauer gibt Tipps für das Feststellungsverfahren. Bei einem Erstantrag wird dem Antragsteller von den Versorgungsämtern ein Formular zugesandt, welches wahlweise auch im Internet heruntergeladen werden kann. Die Autorin rät, dass der Antragsteller neben einem Foto auch direkt die Befundberichte der Ärzte beifügen soll. Dies verkürze die Dauer des Verfahrens. Außerdem rät sie, sich eine eigene Akte mit Kopien der Berichte anzulegen.

Die Feststellung einer Behinderung wurde bis Ende 2008 nach Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht ermittelt. Da es aber keine verfassungskonforme Rechtsgrundlage gab, trat zum 1. Januar 2009 die Versorgungsmedizin-Verordnung in Kraft, die die Vorgaben der Rechtsprechung umsetzt. § 2 Absatz 1 SGB Neuntes Buch besagt, dass Menschen behindert sind, wenn ihre körperliche Funktion, geistigen Fähigkeit oder seelische Gesundheit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und somit die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.

Der Grad der Behinderung (GdB) wird bei mehreren Gesundheitsstörungen nach Auswirkungen der Behinderungen ermittelt. Ab einem Grad von 50 gilt man als schwerbehinderter Mensch. Bei MS-Erkrankten erfolgt die Feststellung des Grads der Behinderung nach Ausmaß der festgestellten Funktionsbeeinträchtigungen. Bei einem GdB von 30 bis 40 kann ein Antrag auf Gleichstellung beantragt werden, um einen Arbeitsplatz zu schützen oder um den besonderen Kündigungsschutz zu erlangen.

Marianne Moldenhauer empfiehlt, vor der Antragstellung den Behandlungsverlauf und die Funktionsbeeinträchtigungen vom Arzt genau beschreiben zu lassen. Dies verleiht dem Befundbericht eine hohe Aussagekraft. Sollte sich der Gesundheitszustand ändern und dies länger als sechs Monate anhalten kann es sein, dass der Grad der Behinderung sich geändert hat und ein Antrag auf Neufeststellung muss erfolgen. Auf Antrag stellt das Versorgungsamt auch gesundheitliche Merkmale (Merkzeichen) für die Inanspruchnahme besonderer Nachteilsausgleiche fest. Nicht jeder behinderte Mensch hat Anspruch auf diese Leistungen, vielmehr müssen ganz bestimmte Voraussetzungen für die Zuerkennung des jeweils beantragten Merkzeichens vorliegen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Teil 2 des Beitrags




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Praxishilfe/Ratgeber




Bezugsmöglichkeit:


Zeitschrift aktiv
Homepage: https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/zeitschrift-aktiv...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0106/7068A


Informationsstand: 05.05.2009

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