Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Multiple Sklerose und Schwerbehinderung - Das Merkzeichen aG

Teil 2



Autor/in:

Moldenhauer, Marianne


Herausgeber/in:

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG)


Quelle:

AKTIV, 2009, Nummer 223 (Heft 2), Seite 22-23, Lautertal-Beedenkirchen: Gerhards, ISSN: 0949-622X


Jahr:

2009



Abstract:


In vielen gerichtlichen Verfahren geht es um die Zuerkennung des Merkzeichens aG im Straßenverkehr. Um den Eintrag zu erhalten, muss der behinderte Mensch sich außerhalb seines Fahrzeuges nur mit fremder Hilfe oder großer Anstrengung bewegen können.

Die Erforderlichkeit von Pausen spricht nur dann für eine große Anstrengung, wenn der Betreffende sich nicht nur zwischenzeitlich ausruhen muss, sondern seine Erschöpfung derjenigen von behinderten Menschen entspricht, die unter den in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) genannten Einschränkungen leiden.

Um den Bereich der Berechtigten klein zu halten, sind die Voraussetzungen ihrem Zweck entsprechend eng auszulegen. Für die Annahme großer körperlicher Anstrengungen wird eine Gesamtschau aller erheblichen Umstände durchgeführt, um eine sachgerechte Beurteilung zu ermöglichen.

Zum Nachweis der Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch, des Grads der Behinderung (GdB) sowie weiterer gesundheitlicher Merkmale erhält der behinderte Mensch, dessen Grad der Behinderung mindestens 50 beträgt, einen Schwerbehindertenausweis.

Dieser wird im Allgemeinen für die Dauer von fünf Jahren ausgestellt und er kann zweimal verlängert werden. In den Fällen, in denen eine Neufeststellung nicht erforderlich ist, da keine Änderung in den gesundheitlichen Verhältnissen zu erwarten ist, kann er auch unbefristet ausgestellt werden.

Wird ein Antrag eines MS-Erkrankten vom Versorgungsamt abgelehnt oder wird ihm nur teilweise stattgegeben, besteht die Möglichkeit binnen eines Monats nach Zugang des Bescheides Widerspruch einzulegen.

Zudem empfiehlt die Autorin, Akteneinsicht zu beantragen um Anknüpfungspunkte für die weitere Argumentation im Widerspruchsverfahren zu suchen. Weist der Versorgungsträger den Widerspruch zurück kann eine Klage beim Sozialgericht eingereicht werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Teil 1 des Beitrags




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Praxishilfe/Ratgeber




Bezugsmöglichkeit:


Zeitschrift aktiv
Homepage: https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/zeitschrift-aktiv...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0106/7068B


Informationsstand: 22.07.2009

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