Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Schwieriger Arbeitsmarkt für Schwerbehinderte: Förderung der beruflichen Rehabilitation

Information der Bundesanstalt für Arbeit



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)


Quelle:

Sozialpolitische Umschau, 1994, Heft 12, Seite 14-16, Bonn: Eigenverlag


Jahr:

1994



Abstract:


Nach Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeit hat die Beschäftigung Schwerbehinderter unter anderem aus demografischen Gründen abgenommen. In Deutschland waren im Oktober 1993 insgesamt 860. 000 Schwerbehinderte beschäftigt, dies sind 28.400 weniger als ein Jahr zuvor. Daraus ergibt sich eine nahezu unveränderte Quote der mit Schwerbehinderten besetzten Pflichtsätze von 4,2 Prozent (Vorjahr: 4,3 Prozent), im Vergleich zur gesetzlich vorgeschriebenen Quote von 6 Prozent. Die Zahl der als unbesetzt geltenden Pflichtsätze verminderte sich nur geringfügig und errechnete sich zuletzt auf insgesamt 475.000 (Vorjahr: 478.100).

Die Arbeitslosigkeit von Schwerbehinderten entwickelte sich in den alten Ländern durchschnittlich, aber sie sind nach wie vor stärker davon betroffen. Im November 1994 waren 154. 000 Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet, 4.800 oder 3 Prozent mehr als vor einem Jahr (insgesamt: +2 Prozent). Damit waren unverändert 6 Prozent aller Arbeitslosen schwerbehindert. Nach wie vor war der Anteil der Frauen an den schwerbehinderten Arbeitslosen relativ gering (32 Prozent; insgesamt: 44 Prozent). Schwerbehinderte haben regelmäßig besonders große Probleme, eine neue Beschäftigung zu bekommen. Die Vermittlungsgebühren der Arbeitsämter gestalten sich deshalb sehr schwierig. Dabei spielen auch weitere Hemmnisse eine Rolle, insbesondere fortgeschrittenes Lebensalter oder eine bereits lange andauernde Arbeitslosigkeit.

So konnten in den ersten zehn Monaten dieses Jahres nur 19.000 Schwerbehinderte vermittelt werden. Zwar sind das 2.400 oder 14 Prozent mehr als im Vorjahr (insgesamt: +6 Prozent) ; gleichwohl entspricht dies aber nur einem Anteil von 1 Prozent an allen Vermittlungen. Mittel der Ausgleichsabgabe (§ 33 Absatz 2 SchwbG) halfen dabei in rund 3.500 Fällen (Vorjahr: 4.500). Auf dem Arbeitsmarkt der neuen Länder haben Schwerbehinderte nur wenig Gewicht. Dabei spielen u.a. die Vorruhestandsregelungen eine Rolle, mit deren Hilfe zahlreiche ältere Schwerbehinderte den Arbeitsmarkt verlassen haben. Zudem werden seit Jahresbeginn frühere Schwerbeschädigte, die keinen Schwerbehindertenausweis beantragt und erhalten haben, nicht mehr zum fraglichen Personenkreis gezählt. Außerdem ist die Zunahme von Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation, einschließlich der Werkstätten für Behinderte, von Bedeutung.

Mit 19.400 - dies entspricht unverändert zwei Prozent aller Arbeitslosen - war auch zuletzt die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten relativ niedrig; darüber hinaus hat sie sich im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich verringert (-28 Prozent; insgesamt: 67 Prozent). Trotz intensiver Bemühungen der Arbeitsämter blieb der Anteil der Arbeitsvermittlungen von Schwerbehinderten relativ gering. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres konnten die Arbeitsämter für sie 7.100 neue Beschäftigungsverhältnisse anbahnen, dies entsprach ein Prozent aller Arbeitsvermittlungen. Mittel der Ausgleichsabgabe unterschützten dabei - wie im Vorjahr - rund 1.500 Vermittlungen. Von Januar bis Oktober 1994 kamen in den alten Ländern 139. 200 (Vorjahr: 148.700) und in den neuen 51.500 (Vorjahr: 44. 300) Personen auf die Arbeitsämter zu, die eine berufliche Rehabilitation wünschten. In vielen Fällen ist dazu eine behinderungsgerechte Aus- oder Weiterbildung notwendig.

So traten in der ersten zehn Monaten in den alten Ländern 74.800 Rehabilitanden in eine berufsfördernde Bildungsmaßnahme ein; dabei ging es in 35.300 Fällen um eine berufliche Ersteingliederung. diese wurde 26.100 mal mit einem Ausbildungsgeld gefördert (Vorjahr: 25.500). Weitere 900 Teilnehmer erhielten Berufsausbildungshilfe, weil sie keine besonderen behindertenspezifischen Leistungen benötigen. 39.500 Eintritte erfolgten mit dem Ziel einer beruflichen Wiedereingliederung. Von den Teilnehmern erhielten 24.300 Übergangsgeld gefördert. (Vorjahr Eintritte in berufliche Fortbildung und Umschulung: 8.600).

In den neuen Ländern nahmen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 20.100 Rehabilitanden eine berufsfördernde Bildungsmaßnahme auf. Von ihnen strebten 15.600 eine berufliche Ersteingliederung an; für 8. 800 wurde Ausbildungsgeld gewährt (Vorjahr: 6.100). Weitere 400 Teilnehmer erhielten Berufsausbildungsbeihilfe. 4.600 Eintritte erfolgten im Rahmen der beruflichen Wiedereingliederung. Von diesen Teilnehmern erhielten 3.200 Übergangsgeld (Vorjahr: 4.500) , weitere 400 nahmen an beruflicher Weiterbildung teil und wurden mit Unterhaltsgeld gefördert (Vorjahr Eintritte in berufliche Fortbildung und Umschulung: 1.300).


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Sozialpolitische Umschau
Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung
Erschienen von Dezember 1953 bis März 2001

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0107/1043


Informationsstand: 06.03.1995

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