Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Aufgaben und Angebot der Hauptfürsorgestelle nach dem Schwerbehindertengesetz (SchwbG)


Autor/in:

Sparty, Leo


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Deutsche Behinderten Zeitschrift, 1996, 33. Jahrgang (Heft 2), Seite 34, Remagen: Reha-Verlag, ISSN: 0939-4702


Jahr:

1996



Abstract:


Die Erhebung und Verwendung der Ausgleichsabgabe, der Kündigungsschutz für Schwerbehinderte, die begleitende Hilfe im Arbeitsleben, die Schulung und Information der betrieblichen Aufgabenträger (Schwerbehindertenvertretung, beauftragte der Arbeitgeber, Betriebs-/Personalrat) sind die zentralen Aufgaben, die die Hauptfürsorgestelle nach dem Schwerbehindertengesetz zu erfüllen hat.

Das Ziel liegt darin, Arbeitsplätze für Schwerbehinderte zu schaffen, bestehende Arbeitsplätze von Schwerbehinderten zu sichern. Zur Erfüllung ihrer Aufgabe steht der Hauptfürsorgestelle ein breites Instrumentarium zur Verfügung, das von umfangreichen finanziellen Fördermöglichkeiten über gezielte fachliche Beratung von Arbeitgebern bis hin zur individuellen Betreuung von Betroffenen reicht.

Die Mittel, die dafür verwendet werden, stammen aus der Ausgleichsabgabe. Jeder Betrieb mit mehr als 15 Beschäftigten muss nach dem Schwerbehindertengesetz auf 6 Prozent der vorhandenen Arbeitsplätze Schwerbehinderte beschäftigen. Für jeden unbesetzten Pflichtplatz müssen die Betriebe und Dienststellen monatlich 200 DM Ausgleichsabgabe zahlen. Diese Gelder werden ausschließlich für die berufliche Behindertenhilfe eingesetzt.

Die Förderungen richten sich an Arbeitgeber und an Schwerbehinderte: Arbeitgeber können Zuschüsse zur Schaffung und behinderungsgerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen erhalten. Auch die Schwerbehinderten selbst werden unterstützt, sofern es der Eingliederung in das Arbeitsleben dient.

Bei der finanziellen Förderung von Arbeitgebern und Schwerbehinderten arbeitet die Rheinische Hauptfürsorgestelle eng zusammen mit den 37 örtlichen Fürsorgestellen der Kreise, kreisfreien Städte und Kreisangehörigen Städte im Rheinland.1993 wurden im Rheinland circa 3.000 Arbeitsplätze behinderungsgerecht gestaltet und mehr als 400 weitere - für bisher arbeitslose Schwerbehinderte - neu geschaffen.

Zur Beratung und Betreuung unterhält die Hauptfürsorgestelle Fachdienste, die in den Betrieben, also vor Ort, tätig werden. Die Ingenieure des Technischen Beratungsdienstes helfen bei technischen Fragen, wenn neue Arbeitsplätze für Schwerbehinderte eingerichtet oder bereichts vorhandene Arbeitsplätze behinderungsgerecht umgestaltet werden.

Der Psychosoziale Fachdienst (PsD) wird eingeschaltet, wenn Schwerbehinderte im Arbeitsleben psychosoziale Probleme haben oder bei der Eingliederung von psychisch Behinderten in das Arbeitsleben. Der Fachdienst für Gehörlose und Schwerhörige begleitet Gehörlose und hochgradig Schwerhörige im Arbeitsleben und hilft bei Kommunikationsproblemen am Arbeitsplatz.

Der Fachdienst für Blinde und hochgradig Sehbehinderte erfüllt die gleichen Aufgaben für diesen Personenkreis. Erste Anlaufstelle für Fragen von Arbeitgebern und Behinderten ist die örtliche Fürsorgestelle bei den Kreisen und Städten. Weitere Auskünfte erteilt jede örtliche Fürsorgestelle im Rathaus oder die nächstgelegene Hauptfürsorgestelle, deren Adresse die örtliche Fürsorgestelle gerne mitteilen wird.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Behinderten Zeitschrift
Homepage: https://www.reha-verlag.com/dbz/index.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0112/1484


Informationsstand: 02.09.1996

in Literatur blättern