Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Testung und Kalibrierung eines Fragebogensets zur späteren webbasierten Erfassung von Rehabilitationsbedarf bei Versicherten der Deutschen Rentenversicherung (Online-Rehabedarfstest)


Autor/in:

Mittag, Oskar; Brendel, Lisa; Schlöffel, Malgorzata [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Prävention und Rehabilitation, 2017, 29. Jahrgang (Heft 2), Seite 62-69, München-Deisenhofen: Dustri, ISSN: 0937-552X


Jahr:

2017



Abstract:


Ziel der Studie:

Medizinische Rehabilitation ist in Deutschland eine Antragsleistung des Versicherten; ein proaktives Suchen nach möglichem ungedecktem Reha-Bedarf seitens der Träger findet nicht statt. Im Rahmen eines Forschungsprojekts soll ein webbasiertes Screening auf Rehabilitationsbedarf erprobt werden. Da die beiden vorgesehenen Instrumente 'Work Ability Index' WAI) und 'Index zur Messung von Einschränkungen der Teilhabe' (IMET) bislang noch nie gemeinsam erprobt wurden, wurde jetzt eine Pilotstudie durchgeführt, um Cut-off-Werte und mögliche Ergebniskombinationen zu bestimmen.

Methodik:

Der WAI zur Messung der Arbeitsfähigkeit und der IMET zur Messung von Einschränkungen der Teilhabe wurden als paper-pencil-Version einer Stichprobe von 400 Versicherten der Deutschen Rentenversicherung Rheinland sowie einer Gelegenheitsstichprobe von 211 Rehabilitanden aus 4 Reha-Kliniken vorgegeben.

Ergebnisse:

Der Rücklauf bei der Versichertenstichprobe betrug 18% (N = 71). Sowohl die Versicherten, die den Fragebogen ausgefüllt und zurückgeschickt haben, als auch die Rehabilitanden, die an der Studie teilgenommen haben, sind in beiden Bereichen (Arbeitsfähigkeit und Teilhabe) im Vergleich zur Gesamtbevölkerung hoch belastet. Im WAI weisen nur 35% der Versicherten und 6% der Rehabilitanden eine 'gute bzw. sehr gute' Arbeitsfähigkeit auf; bei 43 bzw. 67% ist die Arbeitsfähigkeit 'kritisch'. Je nach Cut-off-Wert weisen 41 (Versicherte) bis 66% (Rehabilitanden) der Befragten deutliche Einschränkungen der Teilhabe auf. Die Übereinstimmung zwischen den beiden Instrumenten ist hoch.

Schlussfolgerungen:

Bei kritischer Arbeitsfähigkeit (WAI), unabhängig von möglichen weiteren Teilhabeeinschränkungen (IMET), bzw. bei mäßiger Arbeitsfähigkeit und sonstigen Teilhabeeinschränkungen wird Rehabilitationsbedarf angenommen. Liegen lediglich Teilhabeeinschränkungen oder aber eine mäßige Arbeitsfähigkeit vor, werden Präventionsmaßnahmen empfohlen. Obwohl die Übereinstimmung der Ergebnisse von WAI und IMT sehr hoch ist, haben wir uns entschieden, den IMET für das spätere webbasierte Screening beizubehalten. Ein Grund dafür ist, dass die selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, das wesentlich mehr als nur die Arbeitsfähigkeit umfasst, als oberstes Ziel im einschlägigen Sozialgesetz festgeschrieben ist.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Testing and calibrating a set of questionnaires for subsequent online-assessment of rehabilitation need in insurees of the statutory German Pension Insurance


Abstract:


Aims of the study:

In Germany, medical rehabilitation must be applied for by the insured. A proactive search for possible uncovered rehabilitation need does not take place. A research project aimed at developing a web-based screening for rehabilitation need has recently been launched. Since the intended instruments 'Work Ability Index' WAI) and the 'Index for Measuring Limitations of Social Participation'(IMET) have not yet been tested in combination, a pilot study has now been carried out to determine cut-off values and possible outcome patterns.

Methods:

The two questionnaires (WAI and IMET) were applied to a sample of 400 insured persons of the German Pension Insurance Rhineland (postal survey) as well as to a convenience sample of 211 patients from four rehabilitation clinics.

Results:

Response rate in the insuree sample was 18% (N = 71). Both, the insured who completed and returned the questionnaire as well as the rehab patients are heavily burdened in both areas (work ability and social participation) compared to the total population. In the WAI, only 35% of the insured and 6% of the rehabilitants show 'good or very good' workability; in 43 and 67% of the cases, respectively, work ability is 'critical'. Depending on cutoff values, 41 (insured persons) to 66% (rehabilitants) of those surveyed suffer from of limitations of social participation. Results of the two instruments match closely.

Conclusions:

Critical work ability (WAI), regardless of possible further participation limitations, or else, moderate working capacity together with other participation limitations (IMET) are viewed as an indication of rehabilitation need. In case of limitations of social participation alone, or moderate working ability without further limitations preventive measures are recommended. Although results of WAI and IEMT match closely, we have decided to maintain the IMET for later webbased screening. One reason for this is that self-determined social participation which comprises much more than just work ability is defined as the primary goal of the respective legislation in Germany.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Prävention und Rehabilitation
Homepage: https://www.dustri.com/nc/de/deutschsprachige-zeitschriften/...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0115/0029


Informationsstand: 28.08.2017

in Literatur blättern