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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Frührehabilitation bei Herzinfarkt


Autor/in:

Doering, Th.; Mügge, M.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Prävention und Rehabilitation, 2002, 14. Jahrgang (Heft 1), Seite 21-27, München-Deisenhofen: Dustri, ISSN: 0937-552X


Jahr:

2002



Abstract:


Körperliche Inaktivität wird als großer Risikofaktor für die Entwicklung von Herzkrankheiten angesehen. Viele epidemiologische Studien haben ergeben, dass körperlich inaktive Menschen eine größere Neigung zu Herzanfällen haben als körperlich aktive. Bis weit in die 60er Jahre herrschte noch die Auffassung, dass Bettruhe für Wochen und Schonung für Monate bei Herzkranken und besonders nach einem Herzinfarkt notwendig wäre. In der Naturheilkunde und Rehabilitation ist mittlerweile bekannt, dass durch komplette Bettruhe schon nach 3 Tagen 10-15 Prozent Verlust der Muskelkraft und parallel eine negative Sickstoff- und Eiweißbilanz zu verzeichnen sind. Des Weiteren treten eine Schlagvolumenreduzierung und orthostatische Kreislaufdysregulatinen sowie gleichzeitig eine Minderung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Reduzierung der maximalen Sauerstoffaufnahme auf.

Heutige Herzinfarkt-Frühmobilisierungsprogramme müssen dem weltweiten Trend Rechnung tragen, Immobilitätsintervalle auf die geringstmögliche Zeit zu reduzieren. Der Beginn und die Dauer der Frühmobilisation richtet sich nach der Art des Herzinfarktes: der Patient mit komplikationslosem kleinen Infarkt (CK < 500 U/ l, ohne Angina pectoris, Rhythmusstörungen und Linksherzinsuffizienz) beginnt in der Regel am ersten Tag nach Infarkt mit der Frühmobilisation und endet in der Regel zwischen dem 10. und 14. Tag. Der Patient mit komplikationslosem, großem Infarkt (CK > 900 ohneU/l, ohne Angina pectoris, Rhythmusstörungen und Linksherzinsuffizienz) beginnt in der Regel am zweiten Tag nach Infarkt und endet zwischen dem 12.und dem 16. Tag.

Der komplizierte Infarkt, der mit Angina pectoris und/oder Rhythmusstörungen beziehungsweise Linksherzinsuffizienz verbunden ist, erfordert ein individuelles Vorgehen. Die Physiotherapie muss besonders in den ersten Tagen der akuten Erkrankung sowie auch in der weiteren Rekonvaleszenz zur Vermeidung von Komplikationen ärztlich verordnet und streng individuell durchgeführt werden. Die krankengymnastischen Übungen dürfen keine kardialen Beschwerden provozieren, der Herzfrequenzanstieg sollte in der Frühmobilisation unter 20/min liegen, es darf keine Dyspnoe auftreten, und die eventuelle Blutdrucksteigerung sollte systolisch < 20 mmHg und diastolisch < 10 mmHg betragen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Early rehabilitation after heart attack


Abstract:


Over the last 20 years the early mobilisation programmes for heart attack patients have been employed increasingly earlier after infarction, and in respect to the wide variety have become much more extensive. Up until the 1960s bedrest for weeks, and a strict rest period lasting months after a heart attack was considered necessary.

Meanwhile it is known, in physical medicine and rehabilitation, that after just 3 days of bedrest 10 - 15% loss of muscle strength parallel to which a negative nitrogen and protein balance can be observed. In addition a hart beat volume reduction an dorthostatical heart beat volume reduction and orthostatical circulation disregulation as well as a reduction of physical capabilities and reduction of the maximal oxygen intake occur. These days, heart attack early mobilisation programmes must follow the worldwide trend, in which the Immobility Interval is reduced to the shortest period possible.

The start and length of the early mobilisation programme depends on the type of heart attack. The patient with a small infarction, without complications, without angina pectoris, arrhythmias or left heart insufficiency usually begins on the second day after infarct and finishes between the 12th and 16th day. The complicated Infarct, accompanied with angina pectoris and/or arrhythmias and/or left heart insufficiency needs an individual mobilisation programme.

The physiotherapy must be medically prescribed and individually carried out, especially during the first few days of the acute period, as well as during the following convalescence period, in order to avoid complications. The physiotherapy exercises must not provoke cardiac pain, increase in heart beat during the first step of early mobilisation should normally remain under 20/min, dyspnoe must not occur and a possible increase in blood pressure should be < 20 mmHg systolish and < 10 mmHg diastolish.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Prävention und Rehabilitation
Homepage: https://www.dustri.com/nc/de/deutschsprachige-zeitschriften/...

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Referenznummer:

R/ZS0115/3276


Informationsstand: 10.05.2002

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