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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Vom Bachelor zum Master trotz Reformen-Chaos!


Autor/in:

Schwan, Clemens


Herausgeber/in:

Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland e.V. (FGQ)


Quelle:

Paraplegiker, 2009, 27. Jahrgang (Heft 1), Seite 6-13, Mölsheim: Humanis, ISSN: 0723-5070


Jahr:

2009



Abstract:


Der Beitrag befasst sich mit Studium und Schwerbehinderung und gibt einige Ratschläge für Studenten. Der Weg aus dem Chaos ist für einen behinderten Studenten schwierig. Ein Schwerbehindertenausweis oder ein studienbezogenes fachärztliches Attest sind für ein Studium hilfreich, da daraus hervorgeht, in welcher Weise die Auswirkungen der jeweiligen Behinderung benachteiligende Folgen auf den Studienverlauf haben (beispielsweise größerer Zeitraufwand für Pflege, schnelle Ermüdung). Sie bewirken den Nachteilsausgleich mit gesonderten Studien- und Prüfungsordnungen. Nach dem Hochschulrahmengesetz dürfen behinderte Studierende im Studium nicht benachteiligt werden und die Chancengleichheit muss gewahrt bleiben.

Wenn ein Interesse an einem Studium aufkommt, ist das Internet die erste Informationsplattform. Jede Universität hat eine eigene Homepage und stellt die verschiedenen Studienfächer mit deren Inhalten vor. Genau beachtet werden sollte hierbei die Prüfungsordnung. Als nächster Schritt sollte der Kontakt mit dem Behindertenbeauftragten der Hochschule hergestellt werden. Bei der Gestaltung des Stundenplans sollte direkt der Kontakt zu den einzelnen Dozenten hergestellt werden. Im Gespräch mit den einzelnen Dozenten sollte der Studierende offen über seine Situation und den damit resultierenden Problemen sprechen. Möglichkeiten, eine Chancengleichheit im Studium mit gleichwertigen Prüfungsleistungen zu gewähren, sollten aufgezeigt werden.

Der Nachteilsausgleich gibt klare Regelungen und Vereinbarungen vor, die zwischen dem Studierenden und dem Dozenten gelten und wie ein Vertrag zu handhaben sind. Mit den Unterschriften der Vertragspartner und dem Stempel des Prüfungsamtes tritt dieser in Kraft. Eine divergente Prüfung kann durchgeführt werden, wenn es zu keiner Bevorzugung des behinderten und zu keiner Benachteiligung des nicht behinderten Kommilitonen kommt. Grenzen des Entgegenkommens liegen dann vor, wenn die Universität aus organisatorischen Gründen zum Beispiel keinen Raum oder keinen Dozenten für verschobene Prüfungen anordnen kann.

Ein Teilzeitstudium ist für einen behinderten Studierenden kaum zu bewältigen. Wegen des Anspruchs auf Nachteilsausgleich ist das Teilzeitstudium nicht vorgesehen. Dennoch gibt es vom Hessischen Wissenschaftsministerium Bestrebungen das Teilzeitstudium für behinderte Studierende zu stärken. Zielvereinbarungen und Individuallösungen sollten in Gesprächsrunden mit Professoren, Behindertenbeauftragten und behinderten Studenten gefunden werden. Eine Studienförderung erfolgt durch das BAföG-Amt. Die Studienförderungshöchstdauer liegt bei sechs Semestern und weiteren vier Semestern für den Masterstudiengang.

Hilfreich während des Studiums ist ein so genanntes Logbuch. Der Studierende soll genau die Zeiten aufführen, die sein Studium verlängern. Wie zum Beispiel Erkrankungstage, Rehaufenthalte oder Wiederholungsprüfungen. Zum Schluss weist der Autor nochmals darauf hin, wie wichtig die Kommunikation des Studierenden mit den Dozenten, dem Prüfungsamt und dem BAföG-Amt ist. Der Weg vom Bachelor zum Master ist zwar beschwerlich, aber für die spätere Berufstätigkeit lohnenswert.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Paraplegiker
Der Druck der Zeitschrift wurde 2015 eingestellt.
Homepage: https://www.fgq.de/aktuelles/meldung/news/detail/News/30-jah...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0116/7135


Informationsstand: 20.05.2009

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