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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die ökonomische Führungs-Falle


Autor/in:

Damböck, Walter


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM)


Quelle:

Werkstatt:Dialog, 2006, 22. Jahrgang (Heft 2), Seite 16-18, Frankfurt am Main: Eigenverlag


Jahr:

2006



Abstract:


Zu den Aufgaben der Werkstätten gehört, den behinderten Menschen, welche die Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes nicht erfüllen, die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.

Um den dort beschäftigten Menschen ein angemessenes Arbeitsentgelt zu zahlen, müssen die Werkstätten wirtschaftliche Arbeitsergebnisse anstreben. Walter Damböck, ehemaliger Geschäftsführer Werkstättenverbund Straubing-Eggenfelden-Mittelfels und langjähriger SPZ-Dozent, erläutert die Bedeutung qualifizierter Arbeitskräfte für den Erfolg der Arbeitsprozesse in einer Werkstatt.

Durch den Gesetzgeber sind sehr detaillierte Festlegungen bezüglich der Entlohnung getroffen worden. Das Entgelt setzt sich zusammen aus einem Grundbetrag von monatlich 67 Euro und einem Betrag, der von der individuellen Leistung abhängt. Die Werkstätten müssen alle Personen, die im jeweiligen Einzugsgebiet wohnen und die Aufnahmekriterien erfüllen, aufnehmen. Der Erfolg der Zusammenarbeit hängt dabei wesentlich von der Qualifizierung der Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung ab. Um die Qualität der Teilhabe an Arbeit zu gewährleisten und die Persönlichkeit der Beschäftigten mit der Arbeit zu entwickeln sollten einige Punkte berücksichtigt werden.

Mit der Aufnahme in die Werkstatt sollte eine individuelle, diagnosegestützte Eingliederungsplanung erstellt werden, welche die Grundlage für den Berufsbildungsbereich darstellt. Auf diese Weise sollen Maßnahmen zur verbesserten Befähigung in der Individual-, Sozial-, und Arbeitskompetenz im psychomotorischen, kognitiven und im affektiven Bereich systematisch geplant werden. Die Fachkräfte müssen bei der Auftragsfindung darauf achten, dass die Arbeitsinhalte zur Werkstatt und den Fähigkeiten der Mitarbeiter passen. Nur wenn dies gegeben ist, kann die Produktivität und somit der Kostendeckungsbeitrag gesteigert werden.

Eine zentrale Rolle in den genannten Prozessen spielt die Fachkraft. Sie ist zuständig für den Arbeitsablauf, die Arbeitsplatzgestaltung und die Arbeitsanleitung. In der Regel hat die Fachkraft eine Ausbildung in der Erwerbswirtschaft absolviert. In der Werkstatt muss sie lernen, die eingeübten Arbeitsschritte zu zerlegen und dem behinderten Menschen in geeigneter Weise zu vermitteln. In der Erwerbswirtschaft lautet das Unternehmensziel: mit minimalen Mitteln ein vorgegebenes Ergebnis erreichen. Das Leistungsergebnis kann mit dem kostengünstigsten Einsatz gezielt geplant werden.

In der Werkstatt hingegen soll mit festgelegten Mitteln ein weitestgehendes Ergebnis erzielt werden. Der Betriebsmitteleinsatz sowie der Arbeitsablauf sind dabei individuell abgestimmt. Durch die orientierte Prozessplanung wird sowohl die Teilnahme am Arbeitsprozess mit der geplanten Förderung möglich als auch das günstigste Arbeitsergebnis.

Als Fazit fasst der Autor zusammen, dass die Fachkräfte über Kenntnisse in Pädagogik, Medizin, Psychologie, Kommunikation und über Behinderungen verfügen. Die bisherige SPZ auf Basis der Rahmenvereinbarung von BA und BAG:WfbM von 1984 reicht zur Anerkennung der Werkstatt durch die Bundesagentur aus. Nach Ansichten des Autors ist dies jedoch nicht genug. Durch die qualifizierte Ausbildung der Fachkräfte wird der ökonomische Erfolg der Werkstatt wesentlich beeinflusst. Aus diesem Grund ist den Werkstattverantwortlichen zu empfehlen, die Ausbildungsangebote der Fortbildungsanbieter zur geprüften Fachkraft auch inhaltlich genau zu prüfen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Werkstatt:Dialog
Homepage: https://www.bagwfbm.de/wdg

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0117/0033


Informationsstand: 19.05.2006

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