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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das Detmolder Lernwege-Modell - DLM

Ein umfassendes Förderkonzept für die Werkstatt für Behinderte und seine zusätzlichen Anwendungsmöglichkeiten



Autor/in:

Brackhane, Rainer


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM)


Quelle:

Berichte Informationen Meinungen, 1996, 12. Jahrgang (Heft 5), Seite 14-16, Frankfurt am Main: Eigenverlag


Jahr:

1996



Abstract:


Das Detmolder Lernwege-Modell (DLM) ist ein umfassendes Förderkonzept für die pädagogische Arbeit in der Werkstatt für Behinderte. In dem Beitrag wird die ursprüngliche Zielsetzung des Konzepts global beschrieben und ihr einige Anwendungsmöglichkeiten gegenübergestellt, die sich als Zusatzprodukte neben der pädagogischen Förderung aus der Praxis und ihren Fragestellungen ergeben haben.

1) Das Modell wurde für die pädagogische Förderung geistig behinderter Mitarbeiter im Arbeitstrainingsbereich entwickelt. Ausgegangen wurde von den juristischen Vorgaben des SchwbG und der Werkstättenverordnung. Nach Durchführung psychologischer Arbeitsananlysen wurden die sich daraus ergebenden Anforderungsprofile in pädagogisch psychologische Lehr- und Lernmaterialien (Lernziel-Sequenzen) 'übersetzt'.

Diese Lernziel-Sequenzen sollen dabei helfen, den geistig Behinderten immer neue Entwicklungsanreize zu setzen und auf diesem Wege eine individuelle Förderung ermöglichen. Eine detaillierte und differenzierte Förderplanung wird durch ein Dokumentationssystem (Erhebungsbogen) ermöglicht und veranschaulicht.

2) Weiterentwicklung der DLM-Materialien
a) Arbeitsplätze und -bereiche werden in Abständen auf ihre Aktualität überprüft und ggf. überarbeitet beziehungsweise ergänzt, neuere Bereiche werden einbezogen.
b) Anpassung der Materialien für alle Gruppen von Mitarbeitern in der WfB.
c) Entwicklung von Materialien, die eine Weiterführung der im Arbeitstraining begonnenen Förderung auch unter Produktionsbedingungen möglich macht.
d) Dokumentation des Übergangs vom PAC-System von Günzburg zum DLM. Damit ist die Möglichkeit einer ganzheitlichen und kontinuierlichen Förderung gegeben.

3) Das DLM kann als Gesprächsgrundlage für Team- oder Fallbesprechungen oder für die Mitarbeiter-Schulung genutzt werden. So kann Klarheit über individuelle Entwicklungen und Planungen geschaffen werden und gleichzeitig können die Einschätzungen durch die Gruppenleiter objektiviert werden. Dies erleichtert auch den Einstieg neuer Mitarbeiter.

4) Verwendung der Erhebungsbögen als Gesprächsgrundlage für den Fachausschuss und damit für die weitere Förderplanung, da dieser ein sehr differenziertes Bild der jeweiligen individuellen Fertigkeiten und Entwicklungen bietet.

5) Grundlage der Lehrmaterialien des DLM sind Anforderungsprofile von Arbeiten in einer WfB, die über Arbeitsanalysen erhoben werden. In der Summation erhält man das Anforderungsprofil eines Arbeitsbereiches oder der Werkstatt. So kann ersehen werden, welche Anforderungen häufig verlangt werden und welche überhaupt nicht vorkommen. Dies gibt Hinweise für die Werkstattplanung.

6) Es stellt sich die Frage, ob die sehr differenzierte Dokumentation im Rahmen des DLM nicht auch für Entgeltregelungen herangezogen werden kann. Davon wird jedoch abgeraten, da inhaltliche pädagogische Zielsetzungen mit Verdienstabregelungen vermengt werden könnten. Der Erhebungsbogen bietet auch die Möglichkeit, das Leistungsvermögen des jeweiligen Mitarbeiters sichtbar zu machen. Er sagt aber nichts darüber aus, warum dieser möglicherweise diese Kapazitäten nicht ausschöpft. Daher ist das DLM nur eine Informationsquelle neben anderen.

Das Detmolder Lernwege-Modell erhebt nicht den Anspruch, ein Allzweckmittel für alle WfB-Problemstellungen zu sein, sondern im Vordergrund steht immer seine Anwendung als pädagogisches Konzept für die systematisch individuelle Förderung. Es hat aber den Nachweis geliefert, dass es möglich ist, Pädagogik und Produktion miteinander zu verknüpfen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM)
Homepage: https://www.bagwfbm.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0117/1587


Informationsstand: 27.01.1997

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