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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die tun was - Ford ist Vorreiter in Sachen Disability Management


Autor/in:

Häußler, Silke


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

HANDICAP, 2005, 12. Jahrgang (Heft 4), Seite 126-128, München: Belitz & Neumann


Jahr:

2005



Abstract:


Das Ford-Werk in Köln begann vor fünf Jahren eine Initiative zur Reintegration behinderter Beschäftigter in das Arbeitsleben. Silke Häußler beschreibt das vielfach ausgezeichnete Vorzeigeprojekt und zeigt, welche Chancen es für Arbeitnehmer und das Unternehmen Ford eröffnet hat.

Das Ford-Werk funktioniert mit seinen mehr als 18.000 Menschen wie eine eigene kleine Stadt. Neben Produktionshallen, Verwaltungsgebäuden und Kantinen gibt es auf dem Werksgelände einen eigenen Gesundheitsdienst. Der praktizierende Arbeitsmediziner Dr. Erich Knülle hat gemeinsam mit Erhard Serwe, dem Ford Disability Manager, das Disability Management-Team mit initiiert.

Etwa 500 Mitarbeiter konnten krankheitsbedingt nicht mehr in der Produktion arbeiten. Das Reintegrationsteam ermöglichte, dass mittlerweile wieder 267 einen vollen Arbeitsplatz einnehmen können. Sowohl Arbeitnehmer als auch das Unternehmen profitieren von der Wiedereingliederung.

Die Arbeitnehmer bekommen neue Hoffnung und das Unternehmen konnte etwa 300 Neueinstellung vermeiden. Als die Serienfertigung für den Fiesta im JAhr 2000 umstrukturiert wurde, war der Impuls für das Disability Management gegeben. In einer Abteilung, die nicht dem sogenannten Takt des Produktionsablaufes unterlag, wurden Mitarbeiter, die nur eingeschränkt leistungsfähig sind, eingestellt.

Mit Hilfe der Experten des Instituts für Qualitätssicherung in der Prävention und Rehabilitation an der Sporthochschule Köln (IQPR) wurde der computergeschützte Profilvergleich IMBA entwickelt. Die dabei entwickelten Fragen halfen beim Erstellen von Profilen der Arbeitsplatzanforderungen und Fähigkeitden der Angestellten.

Um sich einen umfassenden Eindruck zu verschaffen, führt der Betriebsarzt ausführliche Gespräche mit den Betroffenen und erfragt neben der fachlichen Kompetenz auch Lebens- und Familiensituation. Auf diesen Profilen basierend, können den Arbeitnehmern die passenden Arbeitsplätze zugewiesen werden. Am Arbeitsplatz werden in Teambesprechungen die Aufgaben verteilt und durch Trainingmaßnahmen unterstützt.

Zum Prozess des Integrationsmanagement entsteht zurzeit ein Handbuch. So ist die wichtigste Aufgabe eines funktionierenden Managements, Probleme frühzeitig zu erkennen. Erfolgreich in die Arbeitswelt integriert wurde zum Beispiel der 32-jährige Cevic M., der aufgrund einer starken Herzschwäche berufsunfähig war. Das Disability Management-Team erstellte für ihn ein Profil, welches ergab, dass er Aufgaben im Büro und am Computer übernehmen konnte. Mittlerweile arbeitet er wieder Vollzeit.

Von der Reha-Klinik bis zum Integrationsamt entstand durch die Arbeit des Disability Management-Teams ein engmaschiges Netzwerk. Dies ermöglicht einen zügigen und reibungslosen Ablauf, denn beispielsweise Entlassungsberichte werden nachd er Reha nun umgehend weitergegeben.

Für die zukünftige Gestaltung der Arbeitsplätze, so Knülle, ist die Ergonomie besonders wichtig. Im Jahr 2008 werden mehr als 30 Prozent der Arbeitnehmer bei Ford in Köln über 50 Jahre alt sein. Es muss ein Umdenken erfolgen, denn die Arbeitsplatzrichtlinien gehen noch immer von der Norm eines sogenannten gesunden Menschen mittleren Alters aus. Hier sieht das Disability Management seinen Ansatzpunkt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


HANDICAP - Das Magazin für Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen und ihre Freunde
Homepage: http://www.handicap.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0130/0033


Informationsstand: 18.01.2006

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