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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Hauptsache gesund? Was uns die Reform bringt


Autor/in:

Obermayr, Ursula


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

HANDICAP, 2007, 14. Jahrgang (Heft 1), Seite 140-146, München: Belitz & Neumann


Jahr:

2007



Abstract:


Am 16. Februar 2007 wurde die jüngste Gesundheitsreform als Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) vom Bundesrat gebilligt. Ursula Obermayr informiert in dem Artikel darüber, was infolge dessen auf behinderte und chronisch kranke Menschen zukommt.

Nach Bekanntgabe der Eckpunkte der Gesundheitsreform gab es reichlich Kritik. Das Gesetz enthalte jedoch auch positive Ansätze, wie den verbesserten Zugang zu Rehabilitationsleistungen oder den erweiterten Begriff der häuslichen Pflege. Weiterhin wurde die integrierte Versorgung gestärkt und die Pflegeversicherung in die integrierte Versorgung mit einbezogen. Nicht vorgenommen werden Streichungen von Leistungen aus dem Katalog der Krankenkassen. Dies führte zwar zu einer Vermeidung von Einschnitten bei den Versicherten, doch nun müsse überall gespart werden, wenn die pauschalen Zuwendungen pro Kopf ausreichen sollen. So wird abzuwarten sein, wie die Krankenkassen hierauf reagieren. Möglich sei, dass die Krankenkassen aus Kostengründen Leistungen erst einmal ablehnen werden. Kritisch zu betrachten sei auch die Wahlfreiheit in Form von Bonussystemen und günstigen Tarifen.

Eine Möglichkeit, die Einsparungen zu erreichen, sind Ausschreibungen. Dies würde dazu führen, dass nur der Anbieter mit den günstigsten Konditionen den Vertrag bekommt. Dies gab Anlass zur Sorge, dass die Hilfsmittelversorgung durch den Preiskampf an Versorgungsqualität verlieren würde. Dem entgegnet Carla Grienberger, Leiterin des Referats Hilfsmittel/Medizinprodukte beim IKK Bundesverband, dass die Leistungserbringer sich große Mühe um die Durchführung einer guten Versorgung geben werden. Durch vertragliche Regelungen habe die Krankenkasse nun mehr Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten auf die Versorgungsqualität.

Um für bestimmte Bereiche weiterhin eine hochwertige Versorgung zu gewährleisten, hat sich der Bundesinnungsverband dafür eingesetzt, dass Ausschreibungen in einigen Bereichen nicht zweckmäßig sind. Zukünftig werde es allerdings für Zündstoff sorgen, welche Hilfsmittel unter diese Regelung fallen.

Zusammenfassend heißt es, dass außer der Gesundheitsministerin keiner mehr an eine solide Finanzierung des Gesundheitswesens durch die Gesundheitsreform glauben würde. Je nach Interessenlage würden unterschiedliche Elemente des Gesetzentwurfs bemängelt. Der Gesundheitfond, der als bürokratisches Monster betitelt wird, wurde am heftigsten kritisiert. Die Einführung des Gesetzes wurde auf das Jahr 2009 verschoben.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


HANDICAP - Das Magazin für Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen und ihre Freunde
Homepage: http://www.handicap.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0130/6164


Informationsstand: 08.11.2007

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