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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Wir bauen auf Verständnis


Autor/in:

Belitz, Gunther


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

HANDICAP, 2008, 15. Jahrgang (Heft 3), Seite 80-84, München: Belitz & Neumann


Jahr:

2008



Abstract:


Im Jahr 2001 gründete Heinrich Buschmann den Verein Mobil mit Behinderung e.V. (MMB). Der 54-Jährige ist Computerentwickler bei Siemens und aufgrund von Muskelschwund auf den Rollstuhl angewiesen. Sein Auto fährt er selbst im Elektrorollstuhl. Für Menschen mit Behinderung spiele das Auto eine maßgebliche Rolle, so Buschmann, da es größtmögliche Mobilität bietet. Auch die Autoindustrie habe erkannt, dass es sich lohnt, die Fahrzeuge den Bedürfnissen behinderter und älterer Menschen anzupassen.

Deshalb bieten immer mehr Autohersteller Zusatzpakete und spezielle Umrüstungen an. Hinzu komme, dass die Weiterentwicklung der Elektronik eine Vielzahl von Systemen mitbringe, die das Führen eines Fahrzeuges erleichtern. Im Hinblick auf individuelle Anpassungen wünsche er sich allerdings, dass die Autoindustrie gemeinsam mit den Fahrzeugumrüstern standardisierte Schnittstellen schaffe, die eine einfache Adaption der Systeme an die Fahrzeuge ermögliche.

Finanziell gefördert wird Mobilität nur dann, wenn sie unabdingbar zur Ausübung einer erwerbsmäßigen Tätigkeit benötigt wird. Solange man im Erwerbsleben steht, seien die Chancen auf finanzielle Förderung noch gut. Bei Berufsanfängern hingegen gestalte sich die Situation schon ganz anders, da nur gefördert wird, wer einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat. Im Stich lasse der Staat auch Familien mit behinderten Kindern, denn diese erhalten keinen Zuschuss.

In den Beratungsanfragen würde sich ein immer schlimmer werdender Handlungsbedarf widerspiegeln. Als Ausweg sehe er hier nur die Schaffung eines allgemeinen Mobilitätsfonds. Ein erster Schritt wäre jedoch bereits die Neugestaltung der Förderbestimmung.

Mit seinen Projekten und Aktivitäten möchte der Verein Mobil mit Behinderung für das Verständnis der Notwendigkeit der Mobilität behinderter Menschen werben. Man wolle auf Missstände aufmerksam machen und versuchen, eine breite Öffentlichkeit herzustellen. Durch eine Mobilitätsstudie macht der Verein zusätzlich auf die Bedeutung und Auswirkung fehlender Mobilität aufmerksam.

Leitgedanke der Kooperation des Vereins Mobil mit Behinderung mit den Total-Tankstellen in Deutschland sei die Kommunikation. Die mehr als 1.000 Tankstellen werden mit Aufklebern versehen, die eine Telefonnummer enthalten, über die das Personal erreichbar ist. Der Gedanke hierbei war, dass behinderte Menschen, die mit dem Personal kommunizieren können, eine Chance auf Hilfe erhalten. Auf die Frage nach der Qualitätssicherung antwortet Buschmann, dass die TÜV-Gutachter und Sachverständige für die Sicherheit der Fahrhilfen sorgen.

Allerdings bleibe immer ein Restrisiko. Er sei jedoch der Ansicht, dass die Fahrhilfen sicher sind, denn in den zehn Jahren, die die Fahrhilfen bereits in Deutschland unterwegs sind, sei es bis heute zu keinem schwerwiegenden Unfall gekommen. Problematisch sehe er hingegen die Entwicklung auf dem Markt der Behindertenfahrdienste. Die Hilfskräfte werden oft nur kurz in die Fahrzeugtechnik eingewiesen, kennen aber weder die Besonderheiten der Krankheitsbilder noch sind sie medizinisch geschult. Hier sieht Buschmann dringend Handlungsbedarf.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Mobil mit Behinderung e.V. | REHADAT-Angebote und Adressen




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


HANDICAP - Das Magazin für Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen und ihre Freunde
Homepage: http://www.handicap.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0130/6865


Informationsstand: 12.11.2008

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