Inhalt

Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Ist der Himmel barrierefrei? Fliegen mit Handicap


Autor/in:

Black, Justin


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

HANDICAP, 2009, 16. Jahrgang (Heft 1), Seite 38-43, München: Belitz & Neumann


Jahr:

2009



Abstract:


Justin Black testet die Barrierefreiheit beim Fliegen mit Handicap. Gemäß der neuen EU-Flugordnung sind Fluggäste mit Handicap gleichberechtigt und müssen kostenlose Hilfeleistungen auf allen EU-Flughäfen und an Bord bekommen. Der Autor untersucht vor allem so genannte Billigfluglinien und die Umsetzung an deutschen Flughäfen. 2006 wurde die EU Verordnung (EG) Nummer 1107/2006 erlassen. Die Flughäfen sind nun für die Erbringung der Hilfeleistungen für betroffene Passagiere verantwortlich, bis diese im Flugzeug sind und am Zielflughafen bis zum Verlassen des Flughafengeländes. In der Regel gibt es an allen Flughäfen in Europa spezialisierte Dienstleister hierfür.

Die behinderten Flugreisenden sollen spätesten 48 Stunden vor Abflug die erforderlichen Hilfeleistungen bei der Fluglinie oder dem Reiseveranstalter anmelden. Die Billigflieger Ryanair, easyJet, Germanwings, TUIfly und Air Berlin weisen auf ihren Internetseiten darauf hin. Auf der Internetseite von Ryanair werden fast alle möglichen Fragen, die Reisende mit Handicap haben können, beantwortet. Zudem gibt es eine spezielle Hotline. Bei TUIfly lassen sich diese Informationen hingegen nur nach längerer Suche finden.

Grundsätzlich sollten Menschen mit Behinderung ihre Flüge telefonisch buchen und die Mitarbeiter bereits bei der Buchung darauf hinweisen, dass man besondere Hilfeleistungen in Anspruch nehmen möchte. Allerdings fallen dadurch teilweise zusätzliche Bearbeitungsgebühren an.
Maritta Menkhoff war jahrelang Behindertenbeauftragte am Flughafen Frankfurt. Sie bemerkt, dass man für eine Flugreise unbedingt Experte in eigener Sache sein und beispielsweise seinen einen Betreuungscode kennen sollte.

Anhand des vierstelligen Codes wird für alle Beteiligten deutlich, welche Art von Unterstützung ein Passagier benötigt. Nur mittels des richtigen Codes kann das Personal, das sich im Test nicht immer kompetent zeigte, die vorzubuchenden Sonderservices des Flughafens richtig erfassen. Bei allen Billigfluglinien außer Air Berlin ist lediglich die Sitzplatzreservierung für Menschen mit Handicap und deren Begleitpersonen kostenlos.

Auf innerdeutschen Flügen zahlt man für die Assistenzkräfte bei Air Berlin hingegen nur die Flughafengebühren. Begleitung für einzelne Personen werden von den Fluggesellschaften nicht gestellt. Bei allen Airlines müssen Rollstuhlfahrer die Maße und das Gewicht ihres Rollstuhls bei der Buchung angeben. In den meisten Fällen werden sie nicht in der Kabine, sondern als Gepäck befördert. Grundsätzlich dürfen auch nur Gel- und Trockenbatterien transportiert werden. Aufgrund der häufig geringen Ladekapazitäten empfiehlt es sich, mit einem manuellen Rollstuhl zu reisen und möglichst viel vom Rollstuhl abzubauen.

Die Fluglinien müssen bis zu zwei Mobilitätshilfen befördern. Bei easyJet wird die Mitnahme von Rollstühlen jedoch beschränkt. Diese dürfen ohne Batterie maximal 60 Kilogramm wiegen. Behindertenbegleithunde können kostenlos in der Kabine mitreisen. Sie müssen auch bei der Buchung oder unmittelbar danach angegeben werden, denn es werden maximal zwei Tiere an Bord gestattet. Der einzige Grund, Menschen mit Behinderung nicht zu befördern, ist ihre eigene Sicherheit oder die anderer Passagiere. Aus diesem Grund wird beispielsweise die Zahl der Passagiere mit Handicap begrenzt, um eine schnelle Evakuierung der Maschine gewährleisten zu können.

Der Autor bemerkt, dass ein Flug für Menschen, die in ihrer Mobilität schwer eingeschränkt sind, sehr strapaziös werden kann. Oft müssen sie schon ihren Rollstuhl verlassen, bevor sie sich in den Wartebereich begeben. Zudem müssen die Passagiere bei einer Vorfeldposition erst mit einem Bus zum Flugzeug gebracht werden und über eine Treppe ins Flugzeug einsteigen. Nicht gehfähige Passagiere müssen den Sicherheitsbestimmungen zufolge am Fenster sitzen.

Flugreisende, die mit einem Transportrollstuhl in Flugzeug gebracht werden, müssen deshalb auch noch über die benachbarten Sitze gehievt werden. Abschließend bemerkt der Autor, dass schwerbehinderte Menschen es sich gut überlegen sollten, ob sie gerade auf innerdeutschen Strecken nicht lieber auf das Auto oder den Zug zurückgreifen wollen. Dies würde oft nicht länger dauern und wäre wesentlich komfortabler.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


HANDICAP - Das Magazin für Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen und ihre Freunde
Homepage: http://www.handicap.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0130/7137


Informationsstand: 15.06.2009

in Literatur blättern