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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

ICF in der Kinderreha: Welche Möglichkeiten bieten sich?


Autor/in:

Espei, Andrea


Herausgeber/in:

Borgmann, Dieter


Quelle:

praxis ergotherapie, 2009, 22. Jahrgang (Heft 5), Seite 252-256, Dortmund: verlag modernes lernen, ISSN: 0932-9692


Jahr:

2009



Abstract:


Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt, um ein Instrument zu haben, das zusätzlich zu den bio-medizinischen Aspekten (Körperfunktionen und -strukturen), auch Aspekte des Menschen als handelndes Subjekt (Aktivitäten) und als selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Subjekt in Gesellschaft und Umwelt (Teilhabe) mitberücksichtigt. Diese Bereiche werden im bio-psycho-sozialen Modell der ICF miteinander verknüpft.

Die ICF ist eine lange Liste von Beschreibungen von Gesundheitsproblemen, denen Buchstaben und Zahlencodes zugeordnet werden. Viele Patienten in der Rehabilitation haben es mit mehreren Gesundheitsproblemen zu tun, deshalb sind dort mehrere Codes notwendig. Bei der Anwendung der ICF in der Pädiatrie ergaben sich besondere Probleme, da Kinder eine heterogene Gruppe sind. Diese Heterogenität stellt für die Kodierung ein großes Problem dar. Deshalb mussten verschiedene Listen für unterschiedliche Altersstufen entwickelt und in der ICFcy (children and youth) neue Items hinzugefügt werden.

An zwei Fallbeispielen aus der Praxis wird verdeutlicht, wie die ICF sich dazu anbietet, das Denken in der Rehabilitation zu systematisieren: Der zehnjährige Arno benötigt einen neuen Rollstuhl. Er hat eine Entwicklungsverzögerung und leidet an einem Anfallsleiden. Die am besten zu beurteilenden Kriterien sind bei der Auswahl eines Hilfsmittels in der Regel die, die Körperfunktionen und Strukturen betreffen. Stimmen Sitzbreite und Sitztiefe des Rollstuhls? Eignet er sich für die gewünschten Aktivitäten des Kindes? Für die Rollstuhlauswahl ist auch wichtig, dass er für die allein erziehende Mutter gut zu handhaben ist, zum Beispiel beim Heben in den Kofferraum oder beim Schieben.

Auch in der Frühförderung kann die ICF als Struktur in der Zusammenarbeit dienen: Die fünfjährige Maxime hat eine spastische Tetraparese. Sie besucht einen integrativen Kindergarten und nimmt kaum aktiv am Geschehen in der Gruppe teil. Da Maxime im Rollstuhl sitzt, wird sie von den anderen Kindern übersehen. Damit sie auf Augenhöhe mit anderen Kindern in der Gruppe agieren kann, benötigt sie einen beweglichen Stehtrainer, der sie in eine aktivierende stehende Position führt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


praxis ergotherapie - Fachzeitschrift für Ergotherapie
Homepage: https://www.verlag-modernes-lernen.de/zeitschriften/praxis-e...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0139/7693


Informationsstand: 02.11.2009

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