Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Was kommt nach der Werkstatt? Ergebnisse einer Verbleibsstudie der von Fachkräften für berufliche Integration (FBI) der WfbM in Hessen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelten Menschen mit Behinderungen

Teil 1: Zielgruppe, Vermittlung und Verbleib



Autor/in:

Doose, Stefan


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. (BAG UB)


Quelle:

Impulse, 2005, Nummer 34 (Ausgabe Juli), Seite 3-13, Hamburg: Eigenverlag, ISSN: 1434-2715


Jahr:

2005



Link(s):


Link zu dem Beitrag (HTML)
Link zu 'Impulse' Nummer 34 (PDF | 2,63 MB)


Abstract:


In einer Reihe von hessischen Werkstätten für Behinderte Menschen (WfbM) wird seit Anfang der neunziger Jahre auf der Basis des Hessischen Konzeptionspapiers zur Schaffung und Finanzierung von Arbeits-, Ausbildungs- und Beschäftigungsplätzen außerhalb von Werkstätten für Behinderte systematisch mit speziellen Fachkräften eine Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt betrieben.

Die Fachkraft für berufliche Integration (FBI) ist eine IntegrationsberaterIn, die bei der Werkstatt für behinderte Menschen angestellt ist und den Übergang von Werkstattbeschäftigten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt unter anderem durch Betriebspraktika, Beschäftigungsverträge, Qualifizierungsmaßnahmen sowie eine individuelle Vermittlung und arbeitsbegleitende Betreuung unterstützen soll.

In Hessen wurden von 1990 bis Ende 2003 über 400 Personen mit Behinderungen durch die Fachkräfte aus den Werkstätten in Ausbildung und Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt.

Im Rahmen einer breit angelegten Verbleibsstudie für die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen in Hessen wurde zum einen die aktuelle Arbeits- und Lebenssituation sowie der berufliche Lebenslauf von 238 vermittelten ArbeitnehmerInnen untersucht, außerdem liegen 105 differenzierte Rückmeldungen von Arbeitgebern im Rahmen einer Arbeitgeberbefragung vor. Dabei handelt es sich um eine Teilstudie im Rahmen mehrerer Verbleibs- und Verlaufsstudien, die zurzeit an der Universität Bremen und an der Universität Münster durchgeführt werden.

Der Autor geht im weiteren Verlauf näher auf die vermittelten Werkstattbeschäftigten ein. Geschlecht, Alter, Behinderung und Unterstützungsbedarf, Schulbesuch und Ausbildung, Berufsvorbereitung sowie die berufliche Situation vor Vermittlung und die Beschäftigungsdauer in der WfbM werden angesprochen.

Des Weiteren schreibt Doose im Kapitel 'Vermittlung und Vermittlungsergebnisse' über Maßnahmen im Übergang. Als Maßnahmen im Übergang in Arbeitsverhältnisse waren fast durchgängig ein Praktikum und bei zwei Drittel der vermittelten Personen mit Lernschwierigkeiten ein Werkstattaußenarbeitsplatz zwischengeschaltet. Bei den in Arbeit vermittelten Personen mit psychischer Behinderung spielte der Werkstattaußenarbeitsplatz mit 18 Prozent der Angaben keine so bedeutende Rolle. Wie in anderen Untersuchungen bereits bestätigt sind begleitende Betriebspraktika ein wesentliches und unverzichtbares Element des Übergangs aus der WfbM.

Ein ausgelagertes betriebliches Arbeitstraining hat sich in Modellprojekten als sehr effektive Eingliederungsmaßnahme bewährt und bietet gerade im Vergleich zu außerbetrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen wesentlich höhere Vermittlungsquoten von über 70 Prozent. Das Konzept stieß in Hessen trotz guter Ergebnisse und ausgearbeiteter Konzeptionen sowie Unterstützung durch den Landeswohlfahrtsverband Hessen bisher auf den Widerstand des Landesarbeitsamtes.

Von 1995-2003 wurden durch die Fachkraft für berufliche Integration 73 Prozent der vermittelten Werkstattbeschäftigten in Arbeit und 27 Prozent in Ausbildung vermittelt. Während Werkstattbeschäftigte mit Lernschwierigkeiten zu 94 Prozent in Arbeitsverhältnisse auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt wurden (5,7 befristet, 88,6 unbefristet), wurden von den Menschen mit psychischer Behinderung nur 54 Prozent in betriebliche Ausbildungs- (5 Prozent) und Arbeitsverhältnisse (9 Prozent befristet, 40 Prozent unbefristet) auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt. Eine große Rolle spielte bei dieser Zielgruppe mit 43 Prozent die Vermittlung in außerbetriebliche Berufsbildungsmaßnahmen, was sich negativ auf die berufliche Integrationsquote auswirkt. Doch der hohe Anteil der unbefristeten Arbeitsverhältnisse ist erfreulich und erstaunlich.

Was die aktuelle Arbeitssituation betrifft, so schreibt Doose, dass zum Zeitpunkt der Befragung noch 63,6 Prozent der Befragten in Ausbildung (7, 8 Prozent) beziehungsweise Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (55,8 Prozent) integriert waren. 17 Prozent sind wieder in die WfbM zurückgekehrt, 10 Prozent sind erwerbslos und 8 Prozent in (EU-)Rente. Dabei gibt es signifikante Unterschiede im Verbleib der aus der WfbM vermittelten Personen mit Lernschwierigkeiten und psychischer Behinderung, auf welche der Autor anschließend näher eingeht.

Was den langfristigen Verbleib angeht, so ist es interessant, dass über fünf Jahre nach der Vermittlung von den vermittelten Menschen mit Lernschwierigkeiten noch 66 Prozent in Arbeitsverhältnissen des allgemeinen Arbeitsmarktes sind. 15,5 Prozent sind in die WfbM zurückgekehrt, 8,5 Prozent sind erwerbslos, 7 Prozent in Rente und 1,4 Prozent in Berufsbildungsmaßnahmen. Zwei Drittel der Menschen mit Lernschwierigkeiten konnten also dauerhaft auf den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden. Von den Menschen mit psychischer Behinderung sind über fünf Jahre nach der Vermittlung 39 Prozent in Arbeit, 32 Prozent in (EU-)Rente, 21,4 Prozent in die WfbM zurückgekehrt, 3,6 Prozent erwerbslos und 3,6 Prozent in Berufsausbildungmaßnahmen.

Der Autor geht in dem Artikel noch auf die Dauer der beendeten Arbeitsverhältnisse und Kündigungen ein. Des Weiteren vergleicht er die beruflichen Lebensläufe vor und nach der Vermittlung und beschreibt die Auswirkungen der veränderten beruflichen Lebensläufe für den überörtlichen Sozialhilfeträger. Abschließend fasst er die Verbleibsergebnisse nochmals zusammen und gibt eine Bewertung darüber ab.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Teil 2 des Artikels




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Fachmagazin Impulse
Homepage: https://www.bag-ub.de/impulse

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0141/0092A


Informationsstand: 07.10.2005

in Literatur blättern